
Bauarbeiten legen aktuell einen zentralen Umsteigepunkt lahm: Ein wichtiger Hauptbahnhof ist in Baden-Württemberg gesperrt. Zahlreiche Pendler kämpfen nun mit Umleitungen, Ersatzbussen, Verspätungen und überfüllten Regionalzügen.
Bauarbeiten sorgen im Südwesten für reichlich Frust: Pendler kämpfen mit Umwegen, Ersatzbussen und Verspätungen – und das noch bis Montag früh.
Chaos auf den Gleisen – und das mitten in der Woche
Pendler und Reisende in Baden-Württemberg benötigen derzeit starke Nerven. Wegen einer großangelegten Modernisierung fährt ausgerechnet einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Region im Fernverkehr praktisch auf Null. Es trifft den Hauptbahnhof in Ulm – und damit täglich rund 40.000 Pendler. Grund für den Ausnahmezustand ist der Bau eines hochmodernen elektronischen Stellwerks. Dafür wird der Fernverkehr in der gesamten Woche vom 13. bis zum 19. Januar umgeleitet, während der Regionalverkehr nur eingeschränkt rollt. Laut Deutscher Bahn starteten die Regionalzüge am Dienstagmorgen zwar planmäßig, doch schon kurz darauf kam es vereinzelt zu Verzögerungen. Auch der Baustellenauftakt verlief holprig: In der Nacht musste wetterbedingt später begonnen werden.
Für viele Fahrgäste bedeutet das Stress pur. Besonders betroffen: der RE 5 von Friedrichshafen nach Stuttgart, der Ulmer Reisende in etwas mehr als einer Stunde zu den Fernzügen in die Landeshauptstadt bringt – und nun als überfüllter Rettungsanker gilt. Wer stattdessen Richtung Augsburg möchte, muss im RE 9 gut neunzig Minuten einplanen. In den Randzeiten wird es noch komplizierter: Dann ersetzen Busse die Züge zwischen Ulm und Neu-Ulm.
Ersatzbusse ohne Ziel – Pendler berichten von Ärger
Auf dem Papier soll trotz Sperrung alles funktionieren. In der Realität sammeln sich Beschwerden. Fahrgäste berichten von Ersatzbussen ohne Zielschild, schlecht auffindbaren Haltestellen und Fahrern, die Stopps einfach ignorieren. Die Bahn verspricht Besserung und verweist auf Informationsseiten mit detaillierten Fahrplänen, Ausfällen und Umleitungen.
Immerhin: Einige Regionalzüge rollen weiterhin wie gewohnt, doch von Entspannung kann keine Rede sein. Am kommenden Montag, Punkt 5 Uhr, soll wieder Normalität einkehren – zumindest vorübergehend. Bis 2036 plant die Bahn nach eigenen Angaben, mehr als vierzig strategisch wichtige Strecken monatelang zu schließen und zu sanieren – fünf Jahre länger als ursprünglich vorgesehen. Für Pendler dürfte dies erst der Anfang einer langen Geduldsprobe sein.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Angaben der Deutschen Bahn)














