
Das Schnellladenetz für Elektroautos wird in Baden-Württemberg ausgeweitet: Neue Schnellladesäulen an Tankstellen und Supermärkten sollen das Laden ab sofort unterwegs deutlich schneller und einfacher machen.
Mehr Fördergeld, mehr E-Autos, mehr Strombedarf: Baden-Württemberg treibt den Ausbau von Schnellladesäulen voran und setzt dabei auf Tempo.
Neue Standorte entlang wichtiger Verkehrsachsen
Wer mit dem E-Auto unterwegs ist, kennt das Problem: Der Akkustand sinkt schneller als gedacht, die nächste Ladesäule scheint weit entfernt. Doch genau dieses Szenario soll in Baden-Württemberg künftig seltener werden. Der Energiekonzern Shell baut sein Schnellladenetz im Südwesten weiter aus und setzt dabei auf leistungsstarke Technik. An zahlreichen neuen Standorten wurden Schnellladesäulen installiert, die Ladeleistungen von bis zu 400 Kilowatt ermöglichen. Damit können moderne Elektroautos innerhalb kurzer Zeit große Reichweiten nachladen. Die neuen Ladepunkte entstehen nicht nur an Shell-Tankstellen, sondern auch auf Parkplätzen von Rewe- und Penny-Märkten.
Zu den neuen Standorten zählen unter anderem Walldorf, Bondorf, Renningen, Leinfelden-Echterdingen, Fellbach, Calw und Freiberg am Neckar. Zusätzlich wurden Schnellladepunkte an Rewe-Märkten in Bad Wimpfen, Kenzingen, Sulzfeld und Murrhardt sowie an Penny-Filialen in Weinheim, Waghäusel, Oberderdingen und Umkirch eingerichtet. Der Ausbau kommt nicht zufällig. Baden-Württemberg gehört zu den Vorreitern der Elektromobilität in Deutschland. Bereits 7,2 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge fahren dort rein elektrisch – deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Nach Angaben von Shell Recharge betreibt das Unternehmen inzwischen 93 Standorte mit insgesamt 342 Ladepunkten im Bundesland.
E-Auto-Boom: Hält die Infrastruktur Schritt?
Seit Anfang Juni können Käufer eines Elektroautos wieder eine staatliche Förderung von bis zu 6.000 Euro beantragen. Das Interesse ist groß, die Bundesregierung hofft auf einen neuen Schub für die Elektromobilität. Tatsächlich hat Deutschland beim Ausbau der Ladeinfrastruktur zuletzt deutlich aufgeholt. Laut Bundesnetzagentur gab es zum 1. April 2026 bundesweit 200.255 öffentliche Ladepunkte – rund siebzehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders stark wuchs die Zahl der Schnellladepunkte auf über 51.000 Anlagen. Auch die verfügbare Ladeleistung legte kräftig zu.
Im europäischen Vergleich gehört Deutschland damit inzwischen zur Spitzengruppe. Spitzenreiter sind übrigens die Niederlande. Dennoch gibt es weiterhin große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Der Verband der Automobilindustrie kritisiert, dass noch immer rund ein Drittel aller Gemeinden keinen öffentlichen Ladepunkt besitzt. Bei Schnellladern sieht die Lage noch schwieriger aus: In fast zwei Dritteln der Gemeinden fehlt bislang jede öffentliche Schnelllademöglichkeit.
(Quelle: mobiFlip, Shell Recharge)














