
Ein Technologiekonzern aus Baden-Württemberg plant deutlich härtere Maßnahmen als bisher gedacht. Neben Jobkürzungen stehen sogar komplette Standortschließungen im Raum – für viele Beschäftigte wird es jetzt ernst.
Ein bekannter Hightech-Riese aus Baden-Württemberg sorgt für Aufruhr: Hinter den Kulissen brodelt es – und für hunderte Beschäftigte könnte es ernst werden.
Standort-Schock in Baden-Württemberg
Was jahrelang undenkbar schien, wird plötzlich Realität: Ein internationaler Technologiekonzern aus Südbaden stellt nicht nur Stellen infrage – sogar ganze Standorte wackeln. Noch im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen ein Freiwilligenprogramm gestartet, um Personal abzubauen. Doch die wirtschaftliche Lage ist mies, und die Nachfrage bröckelt.
Betroffen ist ausgerechnet die Sick AG, ein weltbekannter Sensor-Spezialist. Das Unternehmen wurde 1946 im bayerischen Vaterstetten gegründet und ist seit 1956 im beschaulichen Waldkirch zu Hause. Von dort aus beliefert Sick vorwiegend die Automobilbranche. Doch genau die steckt tief in der Krise: neue Billig-Konkurrenz, Abschottungspolitik der USA, schwächelnde Premium-Nachfrage in China. Die Folge: Verlagerungen, Werksschließungen, Kostendruck – und eine Branche, die zuletzt so sehr ins Schwitzen kam wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Laut Experten könnte die Gesamtzahl der Beschäftigten in der deutschen Autoindustrie von aktuell 720.000 drastisch fallen. Für 2027 sollen es nur noch 650.000 sein. Und das bekommen auch die Zulieferer zu spüren.
Schließungen – und das schneller als gedacht
Jetzt folgen Konsequenzen: In Karlsruhe soll Schluss sein. Der dortige Standort, seit 2015 Software-Schmiede der Sick-eigenen Plattform AppSpace, wird bis Ende März 2026 dichtgemacht. Rund dreißig Mitarbeiter bangen. Die Unternehmensführung verspricht sozialverträgliche Lösungen – doch hinter den Kulissen dürfte der Druck hoch sein.
Und das ist erst der Anfang: Auch der Standort Hamburg schrumpft deutlich. Dort arbeiten rund 120 Menschen an sensorbasierten Mess- und Detektionslösungen. Wie viele von ihnen bleiben dürfen, wird noch verhandelt. Zusätzlich droht der Kahlschlag in der Heimatregion: In Waldkirch, Buchholz, Reute, Denzlingen und Freiburg – dort, wo rund die Hälfte der weltweiten Belegschaft sitzt – kündigt Sick weiteren Stellenabbau an. Eines ist sicher: Für viele Beschäftigte im Südwesten wird 2026 ein Jahr der bitteren Entscheidungen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, SICK AG, sick.com)














