
Ein Kosmetik-Hersteller aus Baden-Württemberg gerät überraschend ins Straucheln: Eine traditionsreiche Beauty-Gruppe aus Baden-Baden muss unter Insolvenzschutz neu aufgestellt werden – doch der Betrieb läuft zunächst weiter.
Plötzlich steht ein bekannter Kosmetik-Hersteller aus Baden-Württemberg vor großen Problemen. Trotz internationaler Marken droht jetzt eine Sanierung.
Insolvenz-Schock bei Kosmetikfirma aus Baden-Baden
Für viele Beauty-Fans sind die Marken feste Größen im Badezimmerschrank. Doch hinter den Kulissen kämpft ein bekannter Kosmetik-Hersteller aus Baden-Württemberg ums Überleben. Die BCG Baden-Baden Cosmetics Group GmbH hat beim Amtsgericht Baden-Baden einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Wie die Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz mitteilte, hat das Gericht dem Antrag bereits am 26. März zugestimmt. Zur Unternehmensgruppe gehören mehrere bekannte Marken aus der Kosmetikbranche: Sans Soucis, Biodroga, Apotheker Dr. Scheller, Bio:Vegane sowie Ylva & You. Mit diesen Marken ist das Unternehmen nach eigenen Angaben in mehr als siebzig Ländern weltweit vertreten.
Trotz der Insolvenz betont das Unternehmen, dass der Geschäftsbetrieb stabil läuft. Auch für die rund 160 Beschäftigten gibt es zunächst Entwarnung, denn ihre Löhne und Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Der Betrieb soll ohne Einschränkungen weiterlaufen. Das Amtsgericht Baden-Baden hat Marc-Philippe Hornung, Partner der Kanzlei SZA, zum weiteren Geschäftsführer bestellt. Der erfahrene Sanierungsexperte soll die bestehende Geschäftsführung bei der finanziellen Restrukturierung unterstützen.
Globale Probleme setzen Branche unter Druck
Der Insolvenzantrag hat laut Unternehmen primär mit Altlasten aus der Vergangenheit zu tun, denn diese hätten es erschwert, bestehende Kreditlinien zu verlängern. Eine Sanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens soll nun helfen, die finanzielle Situation zu stabilisieren und die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Die Geschichte einiger Marken reicht Jahrzehnte zurück. Die älteste Marke Sans Soucis wurde bereits 1939 von Walter Friedmann in Baden-Baden gegründet.
Gleichzeitig steht die gesamte Kosmetikbranche aktuell unter Druck. Experten warnen, dass steigende Energiepreise und Lieferprobleme – unter anderem durch Konflikte im Nahen Osten – die Kosten weiter erhöhen könnten. Viele Container stecken fest, Lieferketten geraten ins Stocken. Besonders Rohstoffe und Verpackungen aus Fernost verteuern sich. Dabei wuchs der Markt zuletzt eigentlich weiter. Laut dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel erzielte die Branche 2025 einen Umsatz von 35,6 Milliarden Euro, ein Plus von 2,9 Prozent. Seit 2020 wächst der Markt sogar durchschnittlich um 4,4 Prozent pro Jahr.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, SZA Schilling Zutt & Anschütz, bcg-cosmetics.com)














