
Für Verbraucher im Südwesten wird es teuer: Die Wasser- und Abwassergebühren ziehen deutlich an. Das Wasser wird dadurch jetzt vielerorts zur spürbaren Belastung für den Geldbeutel.
Der nächste Schock kommt aus dem Hahn: In Baden-Württemberg steigen die Wasser- und Abwassergebühren kräftig. Doch nicht überall trifft es Verbraucher gleich hart.
Der Wasserpreis legt kräftig zu
Wasser gilt als selbstverständlich – doch für viele Haushalte im Südwesten wird es 2026 spürbar teurer. Die Wasser- und Abwassergebühren in Baden-Württemberg sind zu Jahresbeginn deutlich stärker gestiegen als die allgemeine Inflation. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes kostet ein Kubikmeter Wasser im Landesdurchschnitt inzwischen 2,87 Euro. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch stärker fällt der Anstieg bei der Grundgebühr aus: Sie kletterte um 10,2 Prozent auf durchschnittlich rund 76 Euro pro Jahr.
Und damit nicht genug: Auch beim Abwasser wird kräftig zugelangt. Die Schmutzwassergebühr stieg um 6,4 Prozent auf durchschnittlich 2,51 Euro je Kubikmeter. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt legten im selben Zeitraum lediglich um 2,1 Prozent zu. Für Haushalte bedeutet das: Selbst wenn sich der eigene Wasserverbrauch kaum verändert, kann die Rechnung allein durch höhere Gebühren steigen.
Von günstig bis hin zu richtig teuer
Besonders überraschend ist allerdings der Blick auf die einzelnen Kommunen. Denn beim Wasserpreis klaffen im Land enorme Unterschiede. Die verbrauchsbezogene Gebühr reicht laut Statistik von gerade einmal 0,64 Euro bis zu 6,28 Euro pro Kubikmeter. Warum diese gewaltige Spanne? Eine wichtige Rolle spielen die örtlichen Gegebenheiten. Topografie, aufwendige Netzsanierungen und die Größe einer Gemeinde können die Kosten erheblich beeinflussen. Gerade kleinere Orte stehen vor einem Problem: Hohe Investitionen in Kanalisation und Kläranlagen müssen auf deutlich weniger Einwohner verteilt werden. In Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern liegt die Schmutzwassergebühr deshalb im Schnitt bei 3,18 Euro pro Kubikmeter. Dabei ist der Gebührenanstieg keineswegs flächendeckend. In knapp der Hälfte der Gemeinden wurden die Preise angehoben. Fast ebenso viele Kommunen hielten ihre Gebühren dagegen stabil oder senkten sie sogar leicht.
Deutschlandweit zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Trend nach oben: Seit 2020 sind die Preise für Frischwasser laut Statistischem Bundesamt um 28,7 Prozent gestiegen. Nach Angaben der Vergleichsplattform Verivox liegen die verbrauchsabhängigen Wasserkosten in Deutschland durchschnittlich bei 3,50 bis 5,00 Euro pro Kubikmeter.
(Quellen: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)














