Maßnahme: Erste Grillplätze werden gesperrt im Schwarzwald

In einem sonnigen Wald befinden sich ein Grillplatz aus Stein. Im Hintergrund ist ein kleines Haus aus Holz zu sehen.
Symbolbild © imago/Zoonar

Im Schwarzwald wächst die Sorge vor gefährlichen Waldbränden. Wegen der anhaltenden Trockenheit ziehen die Behörden jetzt sehr drastische Konsequenzen: Grillplätze werden gesperrt und strenge Verbote verhängt.

Schon ein kleiner Funke kann jetzt fatale Folgen haben: Im Schwarzwald greift eine Stadt hart durch – und viele Ausflügler trifft das überraschend.

Ein Funke reicht für die Katastrophe

Die ersten Grillplätze im Schwarzwald sind dicht! Wegen akuter Waldbrandgefahr zieht die Stadt St. Georgen jetzt die Notbremse und erlässt drastische Verbote. Betroffen sind sämtliche Grillstellen im Gemeindegebiet – von Oberkirnach bis Langenschiltach. Der Grund für die harte Maßnahme liegt am Wetter. Seit Tagen fehlt jeder Tropfen Regen, die Böden sind staubtrocken, Wiesen und Wälder gleichen einem Pulverfass. Laut Rathaus liegt der Waldbrand-Gefahrenindex aktuell bei Stufe 4 von 5. Die Warnung gilt mindestens bis Sonntag, 31. Mai.

Schon ein kleiner Funke könne einen verheerenden Brand auslösen. Deshalb gilt nun ein absolutes Feuerverbot im Wald – selbst an offiziellen Grillstellen. Auch Rauchen ist streng untersagt. Zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober herrscht im Wald ohnehin Rauchverbot. Besonders gefährlich seien achtlos weggeworfene Zigaretten oder heiße Fahrzeugteile. Wer sein Auto auf trockenem Gras abstellt, könne ungewollt selbst zum Brandverursacher werden. Deshalb dürfen Fahrzeuge nur noch auf befestigten Flächen geparkt werden. Auch Müll wird jetzt zum Risiko. Glasscherben oder Flaschen könnten durch Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas wirken und Feuer entfachen. Die Stadt appelliert deshalb an Bürger und Besucher, keinerlei Abfälle in der Natur zurückzulassen.

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Der Klimawandel verschärft die Gefahr

Die Situation zeigt ein Problem, das Experten schon lange beobachten. Deutschland ist zwar zu rund einem Drittel mit Wald bedeckt, doch die Gefahr von Bränden steigt seit Jahren deutlich an. Immer heißere und trockenere Sommer sorgen dafür, dass Wälder schneller austrocknen. Inzwischen gibt es praktisch keinen Monat mehr ohne Flächenbrände in Deutschland.

Die meisten Feuer entstehen nicht durch Blitzschläge oder Naturereignisse – sondern durch Menschen. Laut Statistiken sind nur rund vier Prozent der Waldbrände natürlichen Ursprungs. Grillen, Rauchen oder unachtsamer Umgang mit Feuer gelten als größte Ursachen. Die Stadt St. Georgen warnt deshalb eindringlich auch vor Gefahren im eigenen Garten. Beim Grillen zuhause müsse unbedingt auf Funkenflug geachtet werden. Glut dürfe niemals unbeaufsichtigt bleiben. Denn trockene Hecken oder Büsche könnten innerhalb weniger Sekunden in Flammen stehen. Im Ernstfall zählt jede Minute: Wer Rauch oder Feuer entdeckt, soll sofort den Notruf 112 wählen.

(Quellen: Stadtverwaltung, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)