
Alarm im Süden: Eine gefährliche Tierseuche ist im Schwarzwald ausgebrochen und zwingt die Behörden zu drastischen Maßnahmen. Sperrzonen, Kontrollen und Verkaufsverbote verunsichern Betriebe – und werfen Fragen für Verbraucher auf.
Erst wirkte alles ruhig, doch nun ziehen Behörden Konsequenzen: Eine unsichtbare Gefahr ist im Schwarzwald angekommen – mit Folgen für Bauern, Tiere und Verbraucher.
Gefährliches Virus erreicht den Schwarzwald
Im Schwarzwald-Baar-Kreis greifen die Behörden durch, denn ein gefährlicher Erreger ist aufgetaucht – und er zwingt die Region zum Handeln. Bestätigt wurde der Ausbruch des hochpathogenen aviären Influenzavirus H5N1, besser bekannt als Vogelgrippe oder Geflügelpest. Betroffen ist ein Geflügelbetrieb mit Legehennen in Bräunlingen. Das Untersuchungsergebnis des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ging am Donnerstag beim Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis ein.
Rund um den betroffenen Betrieb wurde umgehend eine Schutzzone mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet. In diesem Bereich gelten strenge Auflagen. Das Veterinäramt untersucht derzeit rund dreißig weitere Geflügelbetriebe. Für Halter bedeutet das massive Einschränkungen, denn Geflügel darf sich nicht frei bewegen. Der Verkauf von Tieren, Eiern und Geflügelfleisch ist zudem nur noch eingeschränkt möglich. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung des Virus unbedingt zu verhindern. Nach Angaben des Landratsamtes gibt es aktuell keine weiteren bestätigten Fälle im Kreis. Dennoch bleibt die Lage angespannt.
Überwachung, Vorsicht – und der Blick auf die Weihnachtsgans
Zusätzlich zur Schutzzone wurde eine Überwachungszone mit einem Radius von zehn Kilometern eingerichtet. Betriebe in diesem Bereich müssen mit stichprobenartigen Kontrollen rechnen. Hinweise auf eine Verbreitung über den Ausbruchsbetrieb hinaus liegen jedoch bislang nicht vor. Geflügelhalter sollen alle Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Dazu gehört vor allem, jeglichen Kontakt zu Wildvögeln zu vermeiden. Futter und Einstreu muss man so lagern, dass Wildtiere keinen Zugang haben. Kranke oder verendete Wildvögel – besonders Wasser-, Greif- oder Rabenvögel – sollen dem Veterinäramt gemeldet werden. Kranke Tiere anzufassen oder mitzunehmen, ist tabu.
Für Menschen gilt laut FLI: Das Ansteckungsrisiko ist sehr gering. In Deutschland gab es bisher keinen bekannten Fall. Weltweit wurden weniger als 100 Infektionen gemeldet, die meisten verliefen mild. Dennoch: Auch Säugetiere können betroffen sein. Zuletzt entdeckte man eine mit H5N1 infizierte Katze in Brandenburg. Und was bedeutet das alles für den Festtagsbraten? Die Weihnachtsgans wird wohl etwas teurer. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft kostet deutsches Gänsefleisch im Schnitt 19,30 Euro pro Kilo – 53 Cent mehr als im Vorjahr. Keine Explosion, aber spürbar.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Angaben des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis, Friedrich-Loeffler-Institut)














