Mehrheit lehnt längeres Arbeiten klar ab in Baden-Württemberg

Drei Arbeiter asphaltieren eine Straße. Sie tragen blaue Hosen und orange Warnwesten. Jeder von ihnen hält eine Schaufel in den Händen.
Symbolbild © istockphoto/i-Stockr

Die Mehrheit in Baden-Württemberg lehnt längeres Arbeiten ab. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Warum viele sogar früher in Rente gehen möchten und welche Rolle die Gesundheit dabei spielt.

Dabei offenbaren die Ergebnisse der DAK-Studie nicht nur eine klare Ablehnung, sondern auch tieferliegende Ängste der Beschäftigten im Südwesten.

Gesundheit wird zum entscheidenden Faktor

Während die Bundesregierung darüber nachdenkt, die Menschen künftig länger im Berufsleben zu halten, stößt diese Idee in Baden-Württemberg auf deutlichen Gegenwind. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Krankenkasse DAK. Gerade einmal rund zehn Prozent der Befragten im Südwesten können sich vorstellen, über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinauszuarbeiten. Der überwiegende Teil sieht das vollkommen anders. 42 Prozent wünschen sich sogar, schon vor der gesetzlichen Altersgrenze aus dem Berufsleben auszusteigen. Weitere 35 Prozent wollen zwar bis zur Regelaltersgrenze arbeiten – danach soll aber Schluss sein.

Für die bundesweite Erhebung wurden im vergangenen November mehr als 7.000 Menschen befragt, rund die Hälfte von ihnen war älter als fünfzig Jahre. Vor allem Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder chronischen Erkrankungen gaben an, sich längeres Arbeiten überhaupt nicht vorstellen zu können. Genau hier setzt auch die DAK mit ihrer Forderung an. Die Krankenkasse verlangt mehr Engagement von Unternehmen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu stärken. Dazu gehören aus Sicht der DAK unter anderem mehr Wertschätzung im Arbeitsalltag, bessere Arbeitsbedingungen und ein funktionierendes betriebliches Gesundheitsmanagement.

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Rentenalter steigt – und die Sorgen wachsen

Schon heute wird die gesetzliche Regelaltersgrenze schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Dieser Prozess läuft bis zum Jahr 2031 und betrifft den Geburtsjahrgang 1964. Doch dabei soll es nach den aktuellen Plänen nicht bleiben. Ab 2032 könnte das Renteneintrittsalter erneut steigen – betroffen wären dann alle Jahrgänge ab 1965.

Für viele Beschäftigte kommt diese Debatte zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn gleichzeitig ist das Rentenniveau seit Jahrzehnten rückläufig. Während frühere Generationen noch mit einer deutlich höheren gesetzlichen Rente rechnen konnten, ist das Verhältnis zwischen Standardrente und Durchschnittseinkommen kontinuierlich gesunken. Bereits 2012 fiel das Rentenniveau unter die Marke von fünfzig Prozent und blieb seither dauerhaft darunter. 2015 erreichte es mit 47,7 Prozent sogar einen historischen Tiefstand. Für viele Arbeitnehmer bedeutet das eine wachsende Rentenlücke. Sie müssen länger arbeiten und erhalten am Ende trotzdem deutlich weniger Geld als frühere Rentnergenerationen.

(Quellen: DAK, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)