Mercedes-Boss droht mit Kahlschlag – zwei Werke vor dem Aus

Ein Angestellter von Mercedes arbeitet in einem Werk an einem roten Auto-Bus. Er trägt einen Blaumann. Die Motorhaube und eine Tür des Wagens ist geöffnet. Im Vordergrund des Bildes prangt das Logo des Autobauers, der Mercedes-Stern.
Symbolbild © imago/Rainer Unkel

Die deutsche Autoindustrie kämpft mit einer schwierigen Entwicklung. Auch die Ausfuhren gingen zurück. Für die Unternehmen stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie sie ihre Standorte langfristig wettbewerbsfähig halten können.

Hohe Kosten und E-Autos setzen Autohersteller unter Druck

Mehrere Entwicklungen treffen die Branche hart. Die Hersteller müssen ihre Produktion auf Elektrofahrzeuge umstellen und investieren dafür in neue Technologien und Fertigungsanlagen. Gleichzeitig sehen sich die Unternehmen mit hohen Energie-, Arbeits- und Bürokratiekosten in Deutschland konfrontiert. Hinzu kommen Veränderungen auf den internationalen Märkten und ein stärkerer Wettbewerb. Besonders der Übergang zur Elektromobilität verändert die Produktion, denn Elektroantriebe benötigen weniger Bauteile als Verbrennungsmotoren. Dadurch sinkt der Arbeitsaufwand in bestimmten Bereichen. Der Verband der Automobilindustrie verweist zudem auf geopolitische Spannungen und veränderte Investitionsbedingungen. Viele Unternehmen prüfen deshalb ihre Strukturen und suchen nach Möglichkeiten, Kosten zu senken.

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Werke vor dem Aus: Mercedes droht mit Schließungen

Die Entwicklung trifft nicht nur die Unternehmen, sondern auch Beschäftigte und Produktionsstandorte. Nach Angaben des VDA arbeiteten 2025 rund 725.000 Menschen in der deutschen Automobilindustrie. Damit sank die Beschäftigung innerhalb eines Jahres um mehr als sechs Prozent. Seit dem Höchststand im Jahr 2018 ging die Zahl der Arbeitsplätze um mehr als 13 Prozent zurück. Auch Zulieferer spüren die Veränderungen, denn der geringere Arbeitsaufwand bei Elektroantrieben verändert die Nachfrage nach bestimmten Tätigkeiten und Komponenten.

Bei Mercedes-Benz verschärft sich die Debatte nun um die Kosten an den deutschen Standorten. Produktionsvorstand Michael Schiebe stellte nach Angaben des Unternehmens zwei mögliche Werksschließungen in Aussicht, falls Mercedes und die Arbeitnehmerseite keine ausreichenden Einsparungen erreichen. Konkret geht es um jeweils einen Standort aus den Bereichen Fahrzeugmontage und Antriebskomponenten. Mercedes will nach eigenen Angaben zunächst versuchen, die deutschen Werke zu erhalten. Mercedes nennt bislang keine konkreten Standorte.

(Quellen: Mercedes-Benz, dpa, SWR, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)