Messergefahr: Polizist schießt auf Mann in Baden-Württemberg

Zwei Polizisten und eine Polizistin von hinten in der Nähe des Frankfurter Bahnhofs. Die Polizisten sind auf Streife und beobachten eine Straße. Sie tragen Westen mit der Aufschrift "Polizei".
Symbolbild © istockphoto/Pradeep Thomas Thundiyil

Ein Polizist in Baden-Württemberg musste seine Dienstwaffe einsetzen: Bei einem Einsatz schoss er auf einen bewaffneten 28-jährigen Mann. Als Nächstes werten Experten die Bodycam-Aufnahmen aus.

Vor einem Mehrfamilienhaus in Baden-Württemberg kam es zu einer gefährlichen Konfrontation: Ein Mann mit zwei Messern ging auf Polizisten zu – ein Beamter feuerte einen Schuss ab.

Eskalation binnen Sekunden: Von der Aufforderung zum Schuss

Ein zunächst routinemäßiger Einsatz im beschaulichen Gundelfingen bei Freiburg entwickelte sich am Freitagmorgen zu einer lebensgefährlichen Situation, die einen Polizeibeamten zum Schusswaffengebrauch zwang. Der Vorfall, der sich kurz vor 9 Uhr vor einem Mehrfamilienhaus abspielte, wirft nun Fragen nach dem genauen Hergang auf. Die Beamten waren gegen 8:40 Uhr zu einem Mehrfamilienhaus gerufen worden, nachdem ein 28-jähriger deutscher Staatsangehöriger im Treppenhaus randaliert haben soll. Beim Eintreffen der Streife befand sich der Mann bereits vor dem Gebäude – und war bewaffnet. In jeder Hand hielt er ein Messer. Laut Polizeiangaben ging der der junge Mann dann unvermittelt auf die eintreffenden Polizeibeamten zu. Die Situation eskalierte somit innerhalb von Sekunden.

Trotz mehrfacher lauter Aufforderungen, die Waffen fallen zu lassen, und der deutlichen Androhung, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen, reagierte der Mann nicht. Stattdessen setzte er seinen Weg in Richtung der Beamten fort. In dieser unmittelbaren Bedrohungslage, in der die körperliche Distanz schwand, sah sich einer der Polizisten gezwungen, einen Schuss abzugeben. Die Kugel traf den Angreifer an der Schulter und brachte ihn damit zu Fall.

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Bilder des Vorfalls: Bodycams als stumme Zeugen

Den Verletzten hat man umgehend in ein Krankenhaus gebracht, wo er sich nun in Behandlung befindet. Die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Vorfalls, bei dem der Polizist auf den jungen Mann schoss, hat das Landeskriminalamt Baden-Württemberg übernommen. Eine zentrale Rolle bei der Rekonstruktion werden die Aufnahmen der Bodycams der eingesetzten Beamten spielen. Zudem ist die Staatsanwaltschaft Freiburg eingeschaltet.

Der Einsatz unterstreicht erneut die unberechenbaren Gefahren, mit denen Polizeibeamte im Alltag konfrontiert werden können. Er wirft ebenfalls Fragen nach dem Umgang mit psychischen Krisensituationen im öffentlichen Raum auf. Die Ermittler betonen, dass man über den laufenden Verfahrensstand hinaus vorerst keine weiteren Details bekanntgeben werde.

(Quellen: Polizei Karlsruhe, dpa)