Milliarden-Projekt in Baden-Württemberg plötzlich gestoppt

Im Vordergrund befindet sich ein großes Stopp-Schild, das per Fotomontage vor ein Auto gelegt worden ist. Von dem Auto sieht man nur den Auspuff, aus dem die qualmenden Abgase strömen.
Symbolbild © imago/ Bihlmayerfotografie

Bei einem der größten Energieprojekte Deutschlands gibt es plötzlich massive Probleme. Die Arbeiten an der Stromtrasse SuedLink sind in Baden-Württemberg überraschend gestoppt worden. Ausgerechnet tief unter der Erde machen neue Erkenntnisse die bisherigen Pläne zunichte.

Betroffen ist ein Abschnitt beim Salzbergwerk in Bad Friedrichshall im Landkreis Heilbronn. Dort kann die Stromleitung vorerst nicht wie geplant durch die vorhandenen Grubenbaue geführt werden. Betreiber TransnetBW nennt neue geologische Erkenntnisse als Grund für den Baustopp.

Baden-Württemberg: Milliarden-Projekt muss umgeplant werden

SuedLink gehört zu den wichtigsten Projekten für den Ausbau des deutschen Stromnetzes. Die rund 700 Kilometer lange Stromautobahn soll vor allem Windenergie aus dem Norden nach Baden-Württemberg und Bayern transportieren.

Besonders spektakulär ist der Abschnitt bei Heilbronn. Auf knapp 16 Kilometern sollten die Hochspannungskabel durch ein bestehendes Salzbergwerk geführt werden. Die Kabel würden dabei teilweise rund 200 Meter unter der Erde verlaufen. Die Arbeiten an diesem Abschnitt hatten bereits 2023 begonnen. Doch genau dieser außergewöhnliche Plan sorgt nun für Probleme. Wegen der geologischen Risiken muss man die bisherige Planung anpassen. Gemeinsam mit dem Betreiber des Bergwerks arbeitet TransnetBW bereits an einer alternativen Lösung.

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Völlig offen: Baustopp für Milliarden-Projekt mit ernsten Folgen

Besonders brisant ist die finanzielle Dimension. SuedLink soll insgesamt mehr als zehn Milliarden Euro kosten. Allein TransnetBW betreut etwa 80 Kilometer der Strecke und rechnet für seinen Projektanteil mit Kosten zwischen acht und zehn Milliarden Euro. Ob der aktuelle Baustopp weitere Millionen oder sogar noch größere Summen verschlingt, ist bislang unklar. Ebenso offen ist, ob ein neuer Planfeststellungsbeschluss notwendig wird.

Auch hinter dem Zeitplan steht damit plötzlich ein Fragezeichen. Bislang soll SuedLink Ende 2028 in Betrieb gehen. Ob dieser Termin nach den Problemen im Salzbergwerk eingehalten werden kann, konnte TransnetBW zunächst nicht sagen. Für Baden-Württemberg ist die Leitung von großer Bedeutung. Über SuedLink will man künftig bis zu vier Gigawatt Strom in den Süden transportieren. Damit soll die Stromversorgung stabil bleiben, wenn immer größere Mengen Energie aus Windkraftanlagen im Norden Deutschlands stammen.

(Quellen: TransnetBW, Bundesnetzagentur)