Museen sollen mehr Geld bringen – Besuchern drohen höhere Preise

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe ist ein renommiertes Museum der Bildenden Kunst, in dem Meisterwerke aus acht Jahrhunderten Kunstgeschichte präsentiert werden. 1846 eröffnet, gehört sie zu den bedeutendsten und ältesten Museen der Bundesrepublik und beherbergt insbesondere Gemälde von deutschen, französischen und niederländischen Künstlern.
Symbolbild © istockphoto/AdrianHancu

Laut dem Rechnungshof sollen Museen mehr Geld einbringen, damit sie finanziell besser aufgestellt sind. Damit drohen Besuchern höhere Preise. Experten befürchten, dass dann weniger Menschen die Museen besuchen werden.

Bald schon könnten den Besuchern von Museen in Baden-Württemberg höhere Preise drohen. Der Rechnungshof hat jüngst diesen Vorschlag eingebracht, damit sich die Museen zukünftig besser selbst finanzieren können.

Außerschulische Bildungsstätte für alle: Museen in Deutschland haben einen Bildungsauftrag

In Deutschland haben Museen einen klaren und gesetzlich verankerten Bildungsauftrag. Neben dem Sammeln, Bewahren und Forschen gehört die Vermittlung und Bildung zu den vier Kernaufgaben eines Museums. Dieser Standard ist international durch den Museumsverband ICOM (International Council of Museums) definiert und wird in Deutschland von der Kulturministerkonferenz sowie dem Deutschen Museumsbund getragen. Museen bieten auf den Lehrplan abgestimmte Führungen, Workshops und Projekttage an. Sie dienen als außerschulische Lernorte. Viele Museen bieten kostenlose Eintrittstage (z. B. den monatlichen Museumssonntag in Berlin) oder freien Eintritt für Kinder und Jugendliche an, um soziale Barrieren abzubauen.

Da deutsche Museen zu einem Großteil durch öffentliche Gelder des Bundes sowie der Länder und Kommunen finanziert werden, ist der Bildungsauftrag auch die Legitimation für diese staatliche Förderung. Da die Kulturetats in vielen Städten jedoch unter Druck geraten, stehen Museen oft im Spagat. Sie müssen einerseits ihrem Bildungsauftrag für die breite Bevölkerung nachkommen, andererseits aber auch wirtschaftlich arbeiten und Eintrittsgelder generieren.

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Besuchern von Museen drohen höhere Preise: „Müssen sich besser selbst finanzieren“

Der Rechnungshof Baden-Württemberg hat in seinem im Juli 2026 vorgelegten Jahresbericht eine deutliche Erhöhung der Eintrittspreise für die staatlichen Landesmuseen gefordert. Die Prüfbehörde kritisiert, dass die Eintrittsgelder in vielen Kultureinrichtungen des Landes seit Jahren nicht angepasst wurden und die Museen „zu billig“ seien. Die elf baden-württembergischen Landesmuseen und das Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe erwirtschafteten zuletzt jährlich rund 6,6 Millionen Euro durch Tickets, Führungen und Events. Dies deckt jedoch nur sechs Prozent der laufenden Betriebskosten ab.

Es gibt jedoch deutliche Kritik gegen dieses Vorhaben. Schon jetzt haben Familien mit gestiegenen Preisen zu kämpfen. Erhöht man nun auch noch die Eintrittspreise für Museen, würden einkommensschwache Haushalte gar nicht mehr ins Museum gehen. Familien mit Kindern haben bereits deutlich gemacht, dass sie bei einem Preisanstieg nicht mehr ins Museum gehen würden.

(Quellen: Rechnungshof BW)