Nach 120 Jahren: Baden-Württemberger Weltmarktführer schließt

In einer großen Halle oder Fabrik bedienen einige Mitarbeiter große Maschinen, die zur Herstellung von Produkten dienen. Ein Arbeiter tippt etwas auf einen Touchscreen, während die anderen warten. Ein Baden-Württemberger Weltmarktführer muss jetzt schließen.
Symbolbild © imago/ NurPhoto

Ein Baden-Württemberger Weltmarktführer steht vor dem Aus. Nach einer Firmengeschichte von unglaublichen 120 Jahren musste das Traditionsunternehmen die endgültige Schließung bekanntgeben. Damit sind Hunderte Jobs verloren.

Die Ära eines globalen Spitzenreiters geht zu Ende. Ein Baden-Württemberger Weltmarktführer kann im Wettbewerb nicht mehr bestehen und schließt seine Tore. Der Niedergang des Traditionsbetriebs ist besiegelt.

Überholt: Der Global Player kann dem Preisdruck einfach nicht mehr standhalten

Ein Stück Industriegeschichte im Südwesten geht zu Ende. Ein Baden-Württemberger Weltmarktführer in seiner Branche muss nach mehr als 120 Jahren die Produktion einstellen. Das Unternehmen, das einst mit seinen Hightech-Maschinen den globalen Markt prägte, hat den erbitterten Wettbewerb nicht überstanden. Die endgültige Schließung bis Ende März 2026 bedeutet das Aus für rund 270 Arbeitsplätze. Für die Mitarbeiter ist es ein besonders bitterer Schlag, da sie in den vergangenen Jahren bereits durch Lohnverzicht und Mehrarbeit versucht hatten, das Unternehmen zu retten. Viele Beschäftigte beschreiben den Betrieb zudem als eine Art zweite Familie, was den Abschied nun umso schmerzhafter macht.

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Der Niedergang des Strickmaschinenherstellers Mayer & Cie. wurde durch einen massiven Preisdruck aus dem Ausland besiegelt. Das 1905 in Albstadt (Baden-Württemberg) gegründete Familienunternehmen war der Weltmarktführer für hochwertige Rundstrickmaschinen. Konkurrenten, vor allem aus China, überschwemmten jedoch den Markt mit deutlich günstigeren Produkten. Dem hochspezialisierten Unternehmen aus dem Südwesten gelang es trotz technischer Qualität nicht mehr, gegen diese staatlich geförderten Preise anzukommen.

Das chinesische Preisdiktat versetzt der Schwäbischen Alb einen herben Schlag

Der Umsatzeinbruch innerhalb nur weniger Jahre war dramatisch und ließ keine Sanierung mehr zu. Auch eine intensive, internationale Investorensuche blieb erfolglos. Damit ist das Schicksal des Unternehmens, das seine Region jahrzehntelang mitgeprägt hat, besiegelt. Für Albstadt bedeutet der Wegfall dieses wichtigen Arbeitgebers einen herben Verlust – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch identitätsstiftend.

Das Ende von Mayer & Cie. hinterlässt somit eine Lücke – und die bange Frage, welcher traditionsreiche Weltmarktführer im globalen Preiskampf als Nächster ins Wanken geraten könnte.

(Quellen: Mayer Verwaltungs-Gesellschaft, dpa)