Nach 120 Jahren: Weltmarktführer in Baden-Württemberg schließt

Mehrere große Gebäude liegen dicht nebeneinander in einem Industriegebiet. Viele Konzerne und Firmen haben hier ihre Standorte, an denen zahlreiche Mitarbeiter beschäftigt sind. Außerdem stehen viele Autos in dem Technologiepark.
Symbolbild © istockphoto/ Pete_Flyer

Im Jahr 2025 verzeichnete Deutschland eine auffällige Zunahme von Unternehmensinsolvenzen. Betroffen waren nicht nur kleine Betriebe, sondern auch mittelständische Unternehmen. Jetzt schließt sogar ein Weltmarktführer in Baden-Württemberg.

Besonders in wirtschaftlich angespannten Regionen häuften sich die Insolvenzverfahren. Vor allem dort, wo die Industrie stark von einzelnen Branchen abhängig ist, wirkte sich der wirtschaftliche Druck schneller und deutlicher aus. Auch Baden-Württemberg ist von einigen Schließungen betroffen.

Viele Unternehmen in Deutschland sind 2025 unter Druck geraten

Die Ursachen für die Insolvenzwelle sind vielfältig und greifen ineinander. Zum einen belasteten hohe Energiepreise weiterhin die Produktionskosten, insbesondere in energieintensiven Branchen. Zum anderen wirkten steigende Zinsen, die Kredite verteuerten und Investitionen bremsten. Gleichzeitig ging die Nachfrage in einigen Märkten zurück, sowohl im Inland als auch im Export. Hinzu kamen gestiegene Lohnkosten und anhaltende Probleme in globalen Lieferketten. Viele Unternehmen hatten zudem während früherer Krisen Rücklagen aufgebraucht und verfügten über geringe finanzielle Spielräume. In der Summe führten diese Faktoren dazu, dass selbst wirtschaftlich grundsätzlich tragfähige Geschäftsmodelle unter Druck gerieten und schließlich nicht mehr fortgeführt werden konnten.

Weltmarktführer in Baden-Württemberg schließt

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Die Folgen der Insolvenzen treffen vor allem die Beschäftigten. Tausende Menschen verloren 2025 ihren Arbeitsplatz oder mussten um ihre berufliche Zukunft bangen. Für viele kam die Kündigung überraschend, da Restrukturierungen oft kurzfristig erfolgen. Besonders schwierig ist die Situation für ältere Arbeitnehmer und für Beschäftigte in spezialisierten Berufen, deren Qualifikationen nicht leicht übertragbar sind. Gleichzeitig geraten ganze Regionen unter Druck, wenn größere Arbeitgeber wegfallen.

Besonders einschneidend war das Aus für den Maschinenbauer Mayer & Cie. aus Albstadt in Baden-Württemberg. Das 1905 gegründete Unternehmen hatte im September Insolvenz angemeldet, eine Fortführung gelang jedoch nicht. Wie der eingesetzte Insolvenzverwalter im Dezember mitteilte, blieb auch die Suche nach Investoren ohne Ergebnis, obwohl diese international ausgerichtet war. Der Betrieb soll bis Februar 2026 schrittweise stillgelegt werden. Mayer & Cie. galt über Jahrzehnte als prägender Arbeitgeber der Region und als wichtiger Akteur der internationalen Textilmaschinenindustrie. Die Entscheidung trifft nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch den Standort Baden-Württemberg, der bereits durch andere Insolvenzen gefordert ist.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Kanzlei Grub Brugger)