Nach Aufständen: Europa-Park stoppt Attraktion – „Gestrichen“

Man sieht die große Kugel im Europa-Park. Der Vergnügungspark und seine Fahrgeschäfte sind bei Nacht zu sehen und beleuchtet. Der Park ist eine beliebte Touristenattraktion.
Archiv © Europapark

Ein Video sorgt für Aufruhr im größten Freizeitpark Deutschlands: Der Europa-Park stoppt eine Attraktion nach schweren Vorwürfen gegen einen Hunde-Dompteur. Jetzt ermittelt sogar die Polizei.

Was als harmlose Wintershow begann, endete abrupt und sorgt für hitzige Debatten. Videos, Vorwürfe und Drohungen – hinter den Kulissen brodelt es gewaltig.

Erst Begeisterung, dann Empörung

Seit dem 29. November gehörte eine Zirkusnummer mit einem Hunde-Dompteur zum winterlichen Unterhaltungsprogramm im Europa-Park in Rust. Zweimal täglich traten die Tiere im Winterzirkus auf, scheinbar perfekt trainiert. Doch dann kippte die Stimmung schlagartig.

Im Netz tauchte ein Video auf, das einen ganz anderen Eindruck vermittelte. Darauf zu sehen: ein Hundetrainer, der offenbar mit einem Seil auf ein Tier einwirkt. Schnell machten die Aufnahmen die Runde, begleitet von schweren Vorwürfen. Auch die Tierrechtsorganisation Peta griff den Fall auf und machte ihn öffentlich. Der Europa-Park zog umgehend die Reißleine. Die umstrittene Show wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort gestrichen. Der Park erklärte, ein solcher Umgang mit Tieren widerspreche klar den eigenen Werten.

Anzeige, Kontrolle – und ein Trainer unter Druck

Der Europa-Park selbst schaltete das Veterinäramt des Ortenaukreises ein. Am 16. Dezember wurden die im Winterzirkus eingesetzten Hunde sowie deren Haltung überprüft, doch laut einem Landratsamtssprecher seien bei der Kontrolle keine Verstöße gegen das Tierschutzrecht festgestellt worden. Jedoch war die Sache damit nicht erledigt. Bei der Sichtung des Videomaterials kamen die Behörden nämlich zu einem anderen Schluss. Auf mindestens einem Video sei ein klar tierschutzwidriges Verhalten gegenüber einem Hund zu erkennen. Die Folge: Anzeige bei der Polizei in Offenburg.

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Nun meldet sich der beschuldigte Trainer selbst zu Wort. Auf Instagram weist er den Vorwurf der Tierquälerei entschieden zurück. Das Video sei aus dem Kontext gerissen, betont er und fordert die Veröffentlichung der kompletten Aufnahme. Seine Erklärung: In der gefilmten Situation sei es zu einer gefährlichen Beißerei zwischen mehreren Hunden gekommen. Sein hartes Eingreifen habe einzig dem Ziel gedient, die Tiere schnell zu trennen und Schlimmeres zu verhindern. Der Trainer kündigte seinerseits rechtliche Schritte gegen den Urheber des Videos an, denn die Folgen für ihn seien dramatisch: massive Anfeindungen, Drohungen im Netz und große Angst um die Sicherheit seiner Familie.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Peta, Landratsamt Ortenaukreis, Polizei Offenburg)