Nach dem CSD-Angriff: Baden-Württemberg zieht Konsequenzen

Die Teilnehmer der Demonstration nehmen an der CSD-Parade teil und schwingen als Zeichen für mehr Toleranz gegenüber der LGBTQ-Gemeinde die Regenbogenflagge.
Symbolbild © imago/Panama Pictures

Nach dem Angriff auf den Berliner Christopher Street Day zieht Baden-Württemberg erste Konsequenzen. Während die Ermittlungen zu der tödlichen Attacke in der Hauptstadt laufen, erhöhen die Verantwortlichen in Stuttgart kurzfristig die Sicherheitsmaßnahmen rund um die laufenden CSD-Veranstaltungen.

Konkret wird die Polizeipräsenz in der Stuttgarter Innenstadt verstärkt. Zusätzliche Einsatzkräfte sind unter anderem rund um den Marktplatz und den Schillerplatz im Einsatz. Gleichzeitig hat der Veranstalter den eigenen Sicherheitsdienst angewiesen, besonders aufmerksam zu sein und mögliche Auffälligkeiten sofort zu melden.

Baden-Württemberg muss reagieren – Angriff auf den CSD in Berlin

Nach Angaben des Stuttgarter CSD-Vereins bleibt das bestehende Sicherheitskonzept grundsätzlich bestehen. Die Veranstalter betonen, dass die Veranstaltungsflächen bereits mit Zufahrtssperren gegen unbefugte Fahrzeuge gesichert sind. Weitere Änderungen seien derzeit nicht erforderlich. Dennoch wolle man nach den Ereignissen in Berlin alles dafür tun, den Besucherinnen und Besuchern ein möglichst sicheres Umfeld zu bieten.

Auch aus der Landespolitik kommen deutliche Reaktionen. Ministerpräsident Cem Özdemir bezeichnete den mutmaßlichen islamistischen Anschlag als entsetzlich und forderte, der Staat müsse die Sicherheit im öffentlichen Raum konsequent gewährleisten. Sozialminister Oliver Hildenbrand sprach von einem Angriff auf queeres Leben sowie auf die offene und vielfältige Demokratie.

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Stuttgart Pride – CSD Baden-Württemberg zeigt sich bestürzt

Das Team von Stuttgart Pride zeigte sich tief erschüttert. In einer Erklärung sprach der Verein den Opfern, ihren Angehörigen und allen Betroffenen sein Mitgefühl aus. Zugleich kündigten die Veranstalter an, trotz der schockierenden Ereignisse für Vielfalt, Demokratie und ein friedliches Miteinander einzustehen. Auch Entertainer Riccardo Simonetti, der zuvor noch am CSD in Stuttgart teilgenommen hatte, reagierte bestürzt auf die Nachrichten aus Berlin.

Der Angriff in Berlin überschattet damit auch die Veranstaltungen in Baden-Württemberg. Während die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter weiterläuft und die Ermittler von einem islamistischen Hintergrund ausgehen, setzen die Verantwortlichen im Südwesten auf erhöhte Wachsamkeit und sichtbare Sicherheitsmaßnahmen, um den Menschen ein möglichst sicheres Feiern zu ermöglichen.

(Quellen: Polizei Stuttgart, Stuttgart Pride, Staatsministerium Baden-Württemberg)