Nach Extrem-Sommer: BW zieht jetzt Konsequenzen

Junge grüne Grashalme, die aus einer trockenen, stark aufgerissenen Erdoberfläche wachsen. Im Hintergrund ist eine weitere spärliche Vegetation zu erkennen.
Symbolbild © istockphoto/zhuda

Nach dem extrem heißen und trockenen Sommer steht Baden-Württemberg vor großen Herausforderungen: Das Land zieht jetzt Konsequenzen und will Landwirtschaft und Natur zukünftig besser gegen Dürre schützen.

Wochenlang brannte die Sonne vom Himmel, Regen blieb aus: Jetzt zieht Baden-Württemberg Konsequenzen – und will das Land besser gegen Dürre wappnen.

Jetzt soll das Wasser länger im Boden bleiben

Der Sommer 2026 hat Baden-Württemberg ordentlich zugesetzt. Für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe bedeutete die extreme Trockenheit massive Ernteausfälle. Mit durchschnittlich mehr als 38 Tagen mit Temperaturen über dreißig Grad und 45 Prozent weniger Niederschlag als üblich übertraf der Sommer sogar den bisherigen Rekordsommer von 2003 deutlich. Besonders hart traf es Grünland und Mais, denn die Mindererträge lagen teilweise zwischen zwanzig und fünfzig Prozent. Rund 1,38 Millionen Hektar werden in Baden-Württemberg landwirtschaftlich genutzt.

Nach der Extremwetterlage will die Landesregierung gegensteuern. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) und Landwirtschaftsministerin Marion Gentges (CDU) informierten am Dienstag das Kabinett über die Folgen und geplanten Maßnahmen. Ein zentraler Punkt: Böden sollen künftig mehr Wasser speichern können. Dafür setzt das Land unter anderem auf eine bodenschonendere Bewirtschaftung und den Rückbau von Drainagen. Auch eine veränderte Flurneuordnung soll helfen. Hecken, Wäldchen und Grünlandstreifen können als natürliche Wasserbarrieren dienen. Wasser soll dadurch nicht möglichst schnell abfließen, sondern länger in der Landschaft bleiben und in den Boden einsickern. Auch die Landwirtschaft soll besser für kommende Extremwetter gerüstet werden. Förderprogramme unterstützen unter anderem den Bau und die Erweiterung von Brunnen, Speicherbecken, Leitungsnetzen und Pumpstationen. Im Weinbau wird zudem in Bewässerungsanlagen und Tröpfchenbewässerung investiert.

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Besonders Tierhalter leiden unter der Dürre

Für Betriebe mit Tieren ist die Lage besonders schwierig, denn wenn Grünfutter, Heu oder Silomais fehlt, steigen die Kosten schnell. Das Land stellt deshalb bis zu fünf Millionen Euro für Futtermittelhilfen bereit. Auch politisch soll mehr passieren. Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) kündigte Unterstützung für die Kommunen über eine „Klimamilliarde“ an und forderte einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien. Der baden-württembergische Klima-Sachverständigenrat drängt zudem auf eine schnellere Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Wie außergewöhnlich der Sommer war, zeigt auch der August: Mit durchschnittlich 21,4 Grad lag er 5,1 Grad über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Gleichzeitig fielen nur 61 statt 93 Millimeter Regen – 34 Prozent weniger als üblich.

(Quellen: Landesregierung BW, UM BW)