
Nun gibt es endlich Entwarnung im Schwarzwald: Die Behörden heben alle Maßnahmen nach dem gefährlichen Ausbruch wieder auf – doch zahlreiche Experten mahnen weiterhin zur Vorsicht.
Nach Wochen der Angst und strengen Auflagen herrscht im Schwarzwald wieder Erleichterung – die Behörden geben Entwarnung nach einem gefährlichen Seuchenausbruch.
Aufregung im beschaulichen Schwarzwald
Noch vor einem Monat war die Lage im Schwarzwald-Baar-Kreis ernst. In einem Geflügelbetrieb in Bräunlingen hatten Experten die Geflügelpest nachgewiesen. Rund 300 Tiere mussten getötet werden, viele waren zuvor bereits verendet. Sofort verhängte man strikte Restriktionen: eine Schutzzone im Radius von drei Kilometern und eine Überwachungszone von mindestens zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb.
Für Hobbyhalter wie große Betriebe galt das Gleiche: Geflügel musste im Stall bleiben, Transporte von Tieren und Produkten wie Eiern oder Fleisch wurden streng kontrolliert oder ganz verboten. Zahlreiche Untersuchungen in den Sperrzonen folgten – und sie brachten eine gute Nachricht. Laut Landratsamt ergaben sich keine Hinweise auf eine Weiterverbreitung der Tierseuche. Seit dem 19. Januar sind die Einschränkungen offiziell aufgehoben. Dass die Gefahr nicht unterschätzt werden darf, bestätigen Experten. Das Friedrich-Loeffler-Institut bewertet die Geflügelpest weiterhin als hochdynamisch. Zuletzt trat das Virus in Europa sogar ganzjährig auf. Entscheidend sei daher, dass Biosicherheitsmaßnahmen strikt eingehalten werden. Besonders der Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln müsse verhindert werden.
Was bedeutet das für Menschen – und für unsere Tiere?
Für Menschen gibt es an dieser Stelle zumindest eine Entwarnung: Das Risiko einer Ansteckung gilt als gering. Trotzdem sollten Bürger kranke oder apathische Wildvögel nicht anfassen oder mitnehmen. Deutlich kritischer ist die Lage bei Haustieren. Der Deutsche Tierschutzbund warnt: Auch Katzen können sich infizieren. Symptome reichen von Fieber über Appetitlosigkeit bis zu neurologischen Störungen. Die Krankheit endet häufig tödlich. Besitzer sollten deshalb kein rohes Geflügel verfüttern und bei Verdacht umgehend den Tierarzt einschalten. Fälle bei Katzen wurden zuletzt aus Polen, den USA und Südkorea gemeldet.
Und was ist mit den gefiederten Gästen im Garten? Experten winken ab: Sing- und Gartenvögel sind aktuell nicht betroffen, die Fütterung kann ohne Einschränkungen weitergehen. Ein plötzlicher Stopp könnte sie sogar schwächen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














