
Nach tödlichen Unfällen auf den Straßen Baden-Württembergs wächst der Druck auf die Behörden. Denn immer wieder verunglücken Motorradfahrer auf beliebten Strecken schwer. Jetzt wird über eine drastische Maßnahme diskutiert.
Die malerischen Routen im Südwesten ziehen jedes Jahr unzählige Biker an. Die anhaltende Serie schwerer Unglücke zwingt die Verantwortlichen in den Ministerien nun jedoch zum schnellen Handeln.
Wieder tödlicher Unfall auf der Schwarzwaldhochstraße
Es sollte eine Fahrt durch den Schwarzwald werden. Doch für einen 58-jährigen Biker endete sie am Samstag tödlich. Auf der B500 bei Baden-Baden geriet der Mann am Helbingfelsen in einer Linkskurve auf die Gegenfahrbahn. Dort prallte er mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Der Motorradfahrer starb noch an der Unfallstelle. Doch die beiden Insassen des Autos blieben dabei unverletzt. Deshalb war die B500 nach dem Unfall mehrere Stunden gesperrt. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.
Der Unfall reiht sich in eine Serie schwerer Motorradunfälle ein. Erst Ende August waren auf der B500 eine 18-jährige Motorradfahrerin und ein 41-jähriger Motorradfahrer bei einem Zusammenstoß ums Leben gekommen. Die Polizei kündigte deshalb verstärkte Kontrollen an. Doch nicht nur auf der Schwarzwaldhochstraße krachte es: Am Sonntag wurde ein 41-jähriger Motorradfahrer zwischen Kaltenbronn und Reichental schwer verletzt. Nach Polizeiangaben war er zu schnell talwärts unterwegs, kam auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal mit einem Auto zusammen. Auch im Kreis Karlsruhe wurden am Wochenende zwei weitere Motorradfahrer schwer, genauer gesagt tödlich, verletzt.
Jetzt spricht man über Fahrverbote
Die Unfälle bringen nun eine brisante Frage auf den Tisch: Müssen Motorräder auf besonders gefährlichen Strecken künftig draußen bleiben? Die Politik im Land prüft weitere Maßnahmen. Eine Möglichkeit sind neue Linien in den Kurven. Diese sollen den Fahrern den sicheren Weg zeigen. Eine solche Lösung testet man bereits in Nordrhein-Westfalen. Noch heikler ist allerdings das Thema Fahrverbot. Ein zeitlich und räumlich begrenztes Motorradverbot sei rechtlich nur unter engen Voraussetzungen möglich, heißt es aus dem Ministerium. Erst wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen, könne die örtliche Verkehrsbehörde ein solches Verbot erlassen.
Baden-Badens Oberbürgermeister Thomas Jung und weitere Bürgermeister der Region halten ein Fahrverbot inzwischen zumindest als letztes Mittel für denkbar. In der Motorradsaison 2025 gingen Unglücke und die Zahl der Verletzten in Baden-Württemberg zurück. Gleichzeitig stieg die Zahl der tödlichen Motorradunfälle. Bei fast zwei Dritteln dieser tödlichen Unfälle waren die Fahrer selbst schuld. Häufigste Ursache: zu hohes oder nicht angepasstes Tempo.
(Quellen: VM BW, Polizei)














