Nach Wolf: Goldschakal breitet sich in Baden-Württemberg aus

Das Foto eines Schakals. Es handelt sich dabei um einen Goldschakal, welcher entspannt auf dem Boden liegt. Im Hintergrund kann man einen grünen Wald erkennen.
Symbolbild © istockphoto/Evgeny Meerson

Nach dem Wolf rückt nun ein weiterer heimlicher Jäger in den Fokus: Der Goldschakal breitet sich in Baden-Württemberg aus – und sorgt für Staunen, Fragen und neue Herausforderungen.

Er sieht aus wie ein Mix aus Fuchs und Wolf, lebt heimlich in unseren Wäldern – und breitet sich immer weiter aus: Ein neuer Jäger erobert Baden-Württemberg.

Nach dem Wolf kommt jetzt der Goldschakal

Der Goldschakal ist in Baden-Württemberg angekommen. Das faszinierende Wildtier breitet sich seit Jahren nahezu unbemerkt im Südwesten aus. Schon seit 1997 wandert der Goldschakal nach Deutschland ein. Besonders in Baden-Württemberg zeigen aktuelle Daten der Forstlichen Versuchsanstalt, dass sich das Tier immer weiter ausbreitet.

Sichtungen gab es bereits in zahlreichen Landkreisen. Im Schwarzwald-Baar-Kreis wurde vor fünf Jahren erstmals Nachwuchs in Deutschland nachgewiesen. Seitdem werden dort jedes Jahr neue Welpen geboren. Auch im Landkreis Konstanz hat sich ein Paar angesiedelt und bringt regelmäßig Junge zur Welt.

Die Verwechslungsgefahr im Wald

Wer einen Goldschakal sieht, ist oft unsicher: Ist das ein Fuchs? Ein Wolf? Oder vielleicht ein streunender Hund? Tatsächlich ähnelt der Goldschakal allen dreien ein wenig. Er ist kräftiger als ein Fuchs, aber kleiner als ein Wolf. Seine Ohren sind klein, der Schwanz kurz und buschig, der Körper kompakt. Zusätzliche Verwirrung bringt die Tatsache, dass sich in Europa sowohl der afrikanische als auch der eurasische Goldschakal verbreiten. Der afrikanische Goldschakal ist genetisch enger mit dem Wolf verwandt als die eurasische Art. Klar ist aber: Der Goldschakal ist weder ein exotischer Eindringling noch ein „Problemwolf“. Als selbst eingewanderte Art gilt er inzwischen als heimisch und steht ganzjährig unter Schutz. Eine Jagd auf ihn ist in Baden-Württemberg verboten.

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Die Rückkehr des Goldschakals wirft dennoch Fragen auf: Sind Haustiere gefährdet? Experten sehen derzeit keinen Anlass zur Sorge. Zwar ernährt sich der Goldschakal opportunistisch und jagt kleinere Tiere, eine konkrete Gefahr für Hunde und Katzen ist bislang aber nicht belegt. Anders sieht es bei Nutztieren aus: Schafe oder Geflügel können durchaus zur Beute werden. Dennoch warnen Fachleute vor vorschnellen Schlüssen. Bei jedem Riss müsse genau geprüft werden, ob tatsächlich ein Goldschakal verantwortlich war oder ob das Tier nur an bereits toter Beute fraß. Für Menschen bleibt eine Begegnung mit dem Goldschakal ein seltenes Naturerlebnis. Wer einem begegnet, sollte Abstand halten und dem Tier Rückzugsmöglichkeiten lassen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, NABU)