
Der nächste große Einschnitt erschüttert die Autozulieferbranche: Ein bedeutender Standort in Baden-Württemberg steht vor massiven Stellenkürzungen. Trotz vorheriger Gewinne wächst die Sorge unter den Beschäftigten.
Nach Bosch und ZF trifft es nun den nächsten Autozulieferer aus Baden-Württemberg. Hunderte Stellen sollen fallen – trotz zuvor erzielter Gewinne.
Nächster Schlag für die Auto-Region
In Baden-Württemberg rumort es erneut in der Schlüsselbranche. Nach Bosch und ZF kündigt nun auch der dritte große Player der Zulieferindustrie empfindliche Einschnitte an. Noch vor Kurzem sah es so aus, als habe man die schwierigen Jahre hinter sich gelassen. Das Unternehmen hatte sich stabilisiert, die Bilanz für 2023 fiel sogar positiv aus – ein Hoffnungsschimmer für die Belegschaft. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich seither düster eingetrübt. Strafzölle, billige Konkurrenz aus China und der fortwährende Streit um das Ende des Verbrennungsmotors lassen die Kosten steigen und die Sicherheiten schwinden.
Was folgt, ist ein Schritt, der vielen Beschäftigten im Südwesten nun die Stimmung verhagelt: ein weltweit angelegtes Sparprogramm, das vorrangig Europa und Nordamerika trifft. Und mitten im Fokus: der Standort Stuttgart.
Personal im Visier – Produktion bleibt außen vor
Der Konzern mit traditionsreicher Herkunft – gegründet 1920 in Stuttgart, heute mit 135 Produktionsstandorten weltweit vertreten und zuletzt rund 11,7 Milliarden Euro Umsatz – will vor allem in den sogenannten indirekten Bereichen sparen. Das bedeutet: Verwaltung, zentrale Dienste, Forschung und Entwicklung. Insgesamt sollen dadurch jährlich weitere 150 Millionen Euro eingespart werden. Zwei Drittel dieser Summe sollen über Personalkosten kommen – und das entspricht etwa 1.000 Arbeitsplätzen weltweit.
Besonders betroffen ist Deutschland, insbesondere die Konzernzentrale. Schon im Sommer hatte das Unternehmen rund sechshundert Stellen gestrichen, jetzt soll etwa die Hälfte der neuen Einsparungen ebenfalls hier stattfinden. Dabei setzt das Management auf sozialverträgliche Maßnahmen, etwa Abfindungs- und Vorruhestandsprogramme. Ein Schritt, den viele Beschäftigte wohl nur mit bitterem Beigeschmack akzeptieren werden. Währenddessen bleibt die Produktion selbst vorerst unangetastet. Sie könne flexibel auf Auftragsschwankungen reagieren, heißt es. Doch die Botschaft ist klar: Die Zeiten, in denen Baden-Württemberg als unerschütterliche Autohochburg galt, nähern sich dem Ende.
(Quellen: Eigene Recherchen der ka-insider Redakteure)














