Nächte werden heißer – BW-Stadt liegt bundesweit an der Spitze

Zahlreiche Gäste sitzen auf einer Terrasse eines Restaurants oder einer Gaststätte. Sie nehmen dort Speisen und Getränke ein und genießen gemeinsam einen lauschigen Abend im Sommer.
Symbolbild © istockphoto/Fani Kurti

Tropennächte werden zum neuen Sommerproblem: Eine Stadt in Baden-Württemberg liegt bundesweit an der Spitze. Siebzehnmal blieb es dort nachts über zwanzig Grad – mit Folgen für den Schlaf.

Hitze macht den Deutschen zunehmend auch nachts zu schaffen. Besonders eine Stadt im Südwesten kommt kaum noch zur Ruhe und steht im Fokus einer neuen Schlafanalyse.

Siebzehn Nächte über der zwanzig-Grad-Marke

Der Sommer 2026 hat Deutschland ordentlich ins Schwitzen gebracht. Rekordhitze am Tag, trockene Böden und vielerorts niedrige Wasserstände prägten die vergangenen Monate. Doch die Hitze verabschiedet sich nicht einfach mit dem Sonnenuntergang. Denn auch nachts bleibt es immer häufiger unangenehm warm. Besonders problematisch sind sogenannte Tropennächte. Dabei sinkt die Temperatur auch in der Nacht nicht unter zwanzig Grad.

Eine Auswertung des Unternehmens Coway Europe auf Basis von Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt nun, welche deutschen Großstädte besonders stark betroffen waren. Betrachtet wurden 42 Städte mit einer DWD-Messstation im Stadtgebiet – und zwar im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 20. August. Und dann wird es für Baden-Württemberg besonders heiß: Stuttgart kommt gemeinsam mit Frankfurt am Main auf siebzehn Tropennächte. Damit liegen die beiden Städte bundesweit an der Spitze. Eine aktuelle Analyse der US-Organisation Climate Central zeigt zudem, wie stark warme Nächte den Schlaf weltweit beeinträchtigen. Zwischen 2020 und 2025 verloren Menschen im Durchschnitt fast 56 Stunden Schlaf pro Jahr, weil die Nächte zu warm waren. Rund sechs Stunden davon schreiben die Forscher direkt dem menschengemachten Klimawandel zu.

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Wenn das Schlafzimmer zur Sauna wird

Warum raubt uns die Wärme den Schlaf? Unser Körper muss seine Kerntemperatur zum Einschlafen leicht absenken. Normalerweise gibt er überschüssige Wärme über die Haut ab. Ist das Schlafzimmer jedoch aufgeheizt, wird dieser natürliche Kühlmechanismus ausgebremst. Die Folge: Einschlafen wird schwieriger, der Schlaf wird leichter und die wichtigen Tiefschlafphasen können leiden. Laut Climate Central hat sich der klimabedingte Schlafverlust seit den frühen 1970er-Jahren in fast allen untersuchten Städten mindestens verdoppelt.

Was also tun? Tagsüber sollten Fenster möglichst geschlossen bleiben, nachts kann kräftig gelüftet werden. Leichte Bettwäsche, luftige Kleidung und eine lauwarme Dusche können ebenfalls helfen. Schwere Mahlzeiten am späten Abend sind dagegen keine gute Idee. Und auch das Handy sollte besser nicht mit ins Bett wandern. Denn wenn draußen schon die Hitze den Schlaf vertreibt, braucht es nicht noch zusätzliche Reize vom Smartphone.

(Quellen: DWD, LUBW)