Neuer Luxus: Weihnachtsmarkt in Baden-Württemberg viel zu teuer

Vor einer schönen Burgkulisse am Abend findet in einer deutschen Stadt ein Weihnachtsmarkt statt. Man sieht viele Lichter, Menschen, Buden und ein Karussell, das sich dreht und voller Lichterketten ist.
Symbolbild © imago/Arnulf Hettrich

Glühwein für viele Euro, teure Snacks und kostspielige Mitbringsel: Für viele Besucher ist dieser Weihnachtsmarkt inzwischen viel zu teuer – und sorgt im Netz für hitzige Diskussionen.

Eine Waffel, ein Becher Glühwein – und plötzlich ein großes Loch im Geldbeutel. Auf deutschen Weihnachtsmärkten wird es immer teurer. Ein Ort sorgt jetzt für besonders viel Ärger.

Wenn der Weihnachtszauber zum Kosten-Schock wird

Weihnachtsmärkte gelten als Ort der Gemütlichkeit – doch für viele Besucher kippt die Stimmung inzwischen an der Kasse. Die Preise für Glühwein, Bratwurst und kleine Mitbringsel haben in den vergangenen Jahren kräftig angezogen. Was früher ein spontaner Genuss war, fühlt sich heute immer öfter wie ein Luxus an. Besonders Familien und junge Menschen merken schnell: Ein kurzer Bummel kann teuer werden. Zwei Tassen Glühwein, etwas Gebäck, vielleicht ein kleines Geschenk – und schon sind vierzig Euro weg. Kein Wunder also, dass im Netz hitzig diskutiert wird. Dabei fällt ein Markt immer wieder als Negativbeispiel auf: der Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt in Baden-Württemberg.

Streng genommen sind es sogar zwei Märkte. In der Esslinger Innenstadt treffen der klassische Weihnachtsmarkt mit über 80 Ständen und ein historischer Mittelaltermarkt mit rund 100 Buden aufeinander. Hier gibt es Weihnachtsschmuck, Spielwaren und Schmuck – aber auch Gaukler, Feuerkünstler und Handwerker in historischen Gewändern. Optisch ein Highlight, preislich für viele ein Schock. Laut lokalen Medien kostet ein Glühwein in Esslingen zwischen 4,50 und stolzen 6 Euro. Für manche Besucher eindeutig zu viel. Zum Vergleich: Deutschlands wohl teuerster Glühwein wird zwar ganz woanders ausgeschenkt – vor einem Münchner Luxushotel kostet ein mit Champagner veredeltes Exemplar satte 18 Euro. Doch das gilt als Ausnahme für ein exklusives Publikum.

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Warum Glühwein plötzlich Luxus ist

Auf der anderen Seite stehen Märkte wie auf dem Rittergut Dröschkau in Sachsen. Dort zahlen Besucher nur 2 Euro pro Becher – vermutlich Deutschlands günstigster Glühwein. Wie kann diese riesige Preisspanne entstehen? Experten erklären: Der reine Glühwein kostet im Einkauf oft nur 1,90 bis 2 Euro pro Liter netto. Doch dazu kommen zahlreiche Ausgaben. Standgebühren, Strom, Wasser, Beleuchtung, Technik, Reinigung, Personal, Werbung, Transport, Übernachtungskosten und sogar die Anschaffung und Dekoration der Marktbude müssen einkalkuliert werden. Auch die Arbeitskleidung der Mitarbeiter schlägt zu Buche. Am Ende zahlen die Besucher die Rechnung. Der Weihnachtsmarkt bleibt romantisch – doch für viele fühlt er sich inzwischen eher nach Luxus an.

(Quellen: Stadt Esslingen, Stadtmarketing)