Neuer Stellenabbau trifft wichtigen Standort in Baden-Württemberg

Blick von oben auf ein Heizkraftwerk. Im Vordergrund sind Eisenbahngleise zu sehen. Das Werk ist von Bäumen umgeben. Im Hintergrund stehen Büro- und Wohngebäude sowie weitere Gebäude.
Symbolbild © imago/Sven Simon

Ein traditionsreicher Standort in Baden-Württemberg steht nun vor einem massiven Einschnitt: Ein bedeutender Autozulieferer kündigt tiefgreifende Veränderungen an – und Hunderte Arbeitsplätze könnten davon betroffen sein.

Ein wichtiger Autoindustrie-Standort im Südwesten steht vor einer ungewissen Zukunft – Hunderte Jobs wackeln.

Traditionsstandort im Rems-Murr-Kreis unter Druck

Ein weiterer Schlag für die kriselnde Autoindustrie in Deutschland: Am zentralen Standort eines bedeutenden Zulieferers in Alfdorf sollen bereits im kommenden Jahr rund zehn Prozent der Arbeitsplätze wegfallen. Betroffen wären damit etwa 160 der aktuell rund 1.600 Mitarbeiter – ein Einschnitt, der die Belegschaft im Rems-Murr-Kreis hart trifft.

Der Hersteller, der erst 2024 als eigenständige Einheit innerhalb des Technologiekonzerns ZF Friedrichshafen neu aufgestellt wurde, produziert passive Sicherheitssysteme. Doch gerade diese Sparte leidet massiv unter der anhaltenden Schwäche der globalen Automobilmärkte. Eigentlich sollte die Abspaltung der Sicherheitssparte Stabilität bringen. Ein Überleitungstarifvertrag und eine Gesamtbetriebsvereinbarung garantieren sozialverträgliche Lösungen und sichern die deutschen Standorte ab – neben Alfdorf auch Aschau am Inn, Aschaffenburg und Laage. Doch die Realität der Branche lässt sich damit offenbar nur bedingt aufhalten.

Wirtschaft in der Krise – und eine Branche besonders betroffen

Die Muttergesellschaft ZF hatte bereits im Vorjahr angekündigt, bis 2028 bis zu 14.000 Stellen zu streichen. Zwar bleibt die zentrale Antriebseinheit entgegen früherer Befürchtungen im Konzern, doch mit ZF Lifetec trifft es nun ausgerechnet die Sparte, die erst frisch auf eigene Beine gestellt wurde und 2024 noch beeindruckende 4,9 Milliarden Euro Umsatz erzielte.

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Dass Alfdorf nun zum Schauplatz des nächsten Einschnitts wird, fügt sich in ein düsteres Gesamtbild. Rund 200.000 Jobs sollen in den kommenden Jahren bei deutschen Konzernen wegfallen – oft ohne direkte Entlassungen, sondern über natürliche Fluktuation oder Abfindungsprogramme. Ein Großteil der Einschnitte konzentriert sich auf elf Unternehmen, darunter Bosch, Mercedes, ThyssenKrupp, Audi und Daimler Truck. Die Hälfte dieser elf Konzerne kommt aus der Autoindustrie – jener Branche, die lange als Rückgrat der deutschen Wirtschaft galt. Experten sehen die Gründe teils hausgemacht: ein zu zögerlicher Wandel zur Elektromobilität und eine wachsende Konkurrenz aus China. Für die Beschäftigten in Alfdorf bleibt nur die Hoffnung, dass die Verhandlungen mit dem Betriebsrat einen möglichst schonenden Weg finden. Doch klar ist: Die Region steht vor stürmischen Zeiten.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Schwäbische Post)