Neues Ranking: Veggie-Hauptstadt liegt in Baden-Württemberg

Eine Frau isst einen Salat und vor ihr auf einem weiteren Teller befindet sich ein Veggie Burger. Sie ernährt sich offensichtlich vegan und trinkt aus einem Coffee-to-go-Becher.
Symbolbild © istockphoto/ArtMarie

Veggie-Überraschung in Deutschland: Nicht Berlin, sondern eine andere Stadt führt das Ranking an – und sie liegt in Baden-Württemberg. Warum ausgerechnet diese Stadt die Nase vorn hat.

Berlin gilt als Paradies für Veganer und Vegetarier – doch ein neues Ranking wirbelt dieses Image ordentlich durcheinander.

Neue Veggie-Königin überrascht

Wenn es um pflanzliche Küche geht, denkt man sofort an Berlin: hippe Cafés, kreative Bowls und angesagte Veggie-Restaurants. Doch im aktuellen Ranking des Branchenanbieters Listflix landet die Hauptstadt überraschend nicht auf dem ersten Platz. Die wahre Veggie-Hochburg liegt in Karlsruhe. Die Stadt in Baden-Württemberg kommt auf stolze 5,52 vegetarische und vegane Restaurants pro 100.000 Einwohner – der höchste Wert deutschlandweit. Insgesamt gibt es dort siebzehn entsprechende Lokale. Auf den weiteren Spitzenplätzen folgen München und Hamburg. Beide Städte bieten ebenfalls eine hohe Dichte an fleischlosen Alternativen.

Berlin landet lediglich auf Rang sechs. Das klingt zunächst enttäuschend – hat aber einen Haken: Mit 160 Veggie-Restaurants bietet Berlin die größte absolute Auswahl. Durch die hohe Einwohnerzahl relativiert sich jedoch die Dichte pro Kopf. Insgesamt wurden dreißig deutsche Großstädte untersucht. Neben Karlsruhe schafften es auch Stuttgart und Mannheim ins Ranking – allerdings nur ins Mittelfeld. Am unteren Ende der Liste findet sich Duisburg mit dem schwächsten Veggie-Angebot. Betrachtet man alle Restaurants – nicht nur vegane oder vegetarische –, führt Düsseldorf das Ranking an. Dahinter folgen Frankfurt am Main und erneut München.

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Veggie-Trend wächst – aber langsam

Trotz wachsender Aufmerksamkeit ist der Anteil von Vegetariern und Veganern in Deutschland kleiner als viele denken. Laut einer Umfrage des Max Rubner-Instituts – des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel – ernähren sich nur knapp vier Prozent vegetarisch und gut ein Prozent vegan.

Doch der Effekt auf das Klima ist enorm: Wer vegetarisch lebt, kann seinen ernährungsbedingten CO₂-Fußabdruck um bis zu fünfzig Prozent senken. Vegan geht es sogar noch weiter. Der Grund: Pflanzliche Lebensmittel verursachen nur rund dreißig Prozent der Emissionen tierischer Produkte. Besonders die Viehwirtschaft belastet die Umwelt stark – sie benötigt riesige Flächen und verursacht etwa ein Fünftel der globalen CO₂-Emissionen. Aber keine Sorge: Niemand muss komplett verzichten. Schon eine flexitarische Ernährung – also Fleisch nur ein- bis zweimal pro Woche – könnte in Deutschland rund 25 Millionen Tonnen CO₂ jährlich einsparen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Listflix)