
Eine automatische Kamera hat im Nordschwarzwald einen Wolfswelpen entdeckt. Der Fund weckt nun neue Hoffnung auf ein Wolfsrudel in Baden-Württemberg und sorgt für viel Aufsehen.
Ein kleiner Schatten im Nordschwarzwald sorgt für eine große Überraschung: Eine automatische Kamera hat einen jungen Wolf erwischt. Damit könnte eine besondere Geschichte beginnen.
Plötzlich taucht ein Wolfswelpe auf
Im Nordschwarzwald ist erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder ein Wolfswelpe entdeckt worden. Aufgenommen wurde das Tier am 17. September von einer automatischen Kamera im Enztal. Das Foto stammt nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) von einem privaten Jagdpächter. Für die Experten besteht kein Zweifel: Das abgebildete Tier ist ein junger Wolf. Sein Geschlecht lässt sich auf dem Foto allerdings nicht feststellen. Und noch ist eine weitere spannende Frage offen: Gibt es möglicherweise noch mehr Welpen?
Das wäre durchaus möglich. Denn bereits im vergangenen Dezember hatten FVA-Experten mit Nachwuchs im Nordschwarzwald gerechnet. Damals waren ein sesshafter Wolf und eine Wolfsfähe gemeinsam von einer Fotofalle erfasst worden. Dem Paar wird nun auch der entdeckte Welpe zugeordnet. Der Nachwuchs dürfte bereits mehrere Monate alt sein. Trotzdem hält er sich offenbar noch im Revier seiner Eltern auf – ein Hinweis darauf, dass sich dort inzwischen tatsächlich ein Wolfsrudel entwickelt haben könnte.
Neue Hoffnung für das Wolfsrudel
Die Nachricht ist auch deshalb besonders, weil es in Baden-Württemberg lange keinen bestätigten Wolfsnachwuchs mehr gab. Ende 2023 war der damals einzige lebende Welpe des Landes in der Nähe des Schluchsees überfahren worden. Seitdem gab es kein bestätigtes Rudel mehr. Nun könnte sich das ändern. Insgesamt sind laut FVA inzwischen fünf Wolfsterritorien in Baden-Württemberg bestätigt. Wölfe wurden unter anderem im Elztal, im Gebiet Hornisgrinde, im Reichenbacher Wald, in Ostbaar und am Schluchsee nachgewiesen. In mehreren Gebieten leben einzelne Rüden, am Schluchsee wurde inzwischen auch eine Fähe festgestellt.
Für den kleinen Wolf beginnt damit allerdings eine gefährliche Zeit. Junge Wölfe haben eine hohe Sterblichkeit. Besonders der Straßenverkehr kann ihnen zum Verhängnis werden. Aber auch Wildschweine oder Luchse können für die Tiere gefährlich werden. Von einem Wurf mit meist vier bis acht Welpen überlebt laut Experten nur die Hälfte bis zwei Drittel die ersten beiden Lebensjahre. Die Entwicklung im Südwesten ist Teil einer größeren Rückkehr: Wölfe sind vor mehr als zwanzig Jahren wieder in Deutschland aufgetaucht. Seitdem nimmt ihre Zahl kontinuierlich zu.
(Quellen: FVA, SWR)














