Offensive: Baden-Württemberg soll 500 Windräder bekommen

Autos fahren auf einer Straße. Im Hintergrund stehen mehrere Windräder, die aus der Kraft des Windes Strom erzeugen. Die Nutzung regenerativer Energien wird immer beliebter, weshalb Baden-Württemberg jetzt 500 Windräder bekommt.
Symbolbild © imago/BildFunkMV

Es gibt große Pläne für den Südwesten. Denn Baden-Württemberg will jetzt ganze 500 Windräder errichten und damit die Energiewende vorantreiben. Doch der Ausbau stockt leider noch.

Das Vorhaben ist ambitioniert und auf jeden Fall löblich. In Baden-Württemberg sollen nämlich 500 Windräder entstehen. Dennoch ist der Weg dorthin voller Hürden.

Großes Ziel und die harte Realität: Nach vier Jahren steht noch immer kein Windrad

Vier Jahre nach Start der Initiative steht noch kein einziges der neuen Windräder. Das gab das Umweltministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zu. Zwar wurden bereits 60 potenzielle Flächen im Staatswald ausgeschrieben, die theoretisch Platz für bis zu 300 Anlagen böten, aber gebaut wurde bisher keine. Da drängt sich die Frage auf: Warum dreht sich noch kein neues Rad? Experten machen hier drei Hauptbremsen aus: Die Pachtforderungen des Landesunternehmens ForstBW gelten als zu hoch, die aufwändige Infrastruktur im Wald treibt die Kosten, und die Abstimmung mit den Kommunen läuft schleppend.

Kritik von der Opposition lässt nicht auf sich warten. Die SPD wirft der grün-schwarzen Landesregierung vor, ihre eigenen Ziele nicht ernst zu nehmen. Besonders Forstminister Peter Hauk (CDU) stehe dem Ausbau skeptisch gegenüber. Das Ministerium weist diese Vorwürfe jedoch zurück. Trotz der Schwierigkeiten im Staatswald gibt es positive Signale aus der gesamten Branche. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wuchs die Zahl der Windräder in Baden-Württemberg um 20 Anlagen – mehr als im gesamten Vorjahr. Noch wichtiger: Bei den Genehmigungsbehörden liegen aktuell Anträge für über 1.200 weitere Windräder vor.

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Unglaubwürdig: Die zerrissene Energiepolitik der grün-schwarzen Landesregierung

Damit aus Papierplänen aber auch reale Windräder werden, muss die Landesregierung jetzt nachbessern. Die Regionalverbände sind in der Pflicht, ihre Planungen zügig abzuschließen. Gleichzeitig müssen die Genehmigungsbehörden personell so ausgestattet werden, dass sie den Antragsberg auch abarbeiten können. Und auf Bundesebene muss man die Förderung so gestalten, dass sich Windkraft-Projekte auch in windschwächeren Regionen wie Baden-Württemberg rechnen.

Der Ausbau der Windkraft ist für das Land doppelt wichtig: Sie sichert die Energieversorgung und trägt dazu bei, die Klimaziele zu erreichen. Wenn es gelingt, die aktuellen Planungen umzusetzen, könnte sich die Zahl der Windräder in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren nahezu verdoppeln.

(Quellen: Ausbauoffensive Baden-Württemberg, Staatsforst Baden-Württemberg)