Offiziell: Beamte aus Baden-Württemberg erhalten noch mehr Geld

Auf dem Bild ist eine Nahaufnahme von zwei Händen zu sehen, die eine große Menge an Euro-Banknoten sortieren oder zählen. Die Scheine sind bunt gemischt – unter anderem erkennt man 50-, 100- und 200-Euro-Scheine.
Symbolbild © istockphoto/Wicki58

Beamte aus Baden-Württemberg dürfen sich freuen: Nach harten Tarifverhandlungen gibt es mehr Geld. Doch der Abschluss sorgt nicht nur für Jubel, sondern auch für Kritik und hohe Kosten.

Nach zähem Ringen und lauten Warnstreiks gibt es jetzt eine Einigung – sie betrifft Hunderttausende Menschen im Südwesten. Doch nicht alle sind zufrieden.

Mehr Geld – aber nicht alle Wünsche erfüllt

Wochenlang wurde verhandelt, gestritten, gestreikt. Jetzt steht fest: Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder bekommen mehr Geld. In Baden-Württemberg profitieren davon Zehntausende Angestellte – und indirekt sogar noch viel mehr Beamte. Nach der Einigung im Tarifstreit der Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gibt es nun Klarheit: In drei Stufen steigen die Einkommen um insgesamt 5,8 Prozent. Der neue Tarifvertrag läuft 27 Monate – bis zum 31. Januar 2028.

Konkret bedeutet das: mindestens 100 Euro mehr pro Monat für die Tarifbeschäftigten. Nachwuchskräfte sollen sogar 150 Euro zusätzlich erhalten. Betroffen sind unter anderem Beschäftigte in Kitas, Unikliniken und Landesbehörden. Allein im Südwesten geht es um gut 110.000 direkt betroffene Angestellte sowie rund 194.000 indirekt betroffene Beamte, wie der Verdi-Landesverband unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Landesamtes mitteilte. Verdi-Landesvertreter begrüßten das Ergebnis. Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke sprach von extrem schwierigen Gesprächen – „so schwierig wie lange nicht mehr“. Ursprünglich hatten die Gewerkschaften sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 300 Euro zusätzlich im Monat, und eine deutlich kürzere Laufzeit von nur zwölf Monaten gefordert. Am Ende setzten sich die Arbeitgeber in vielen Punkten durch. Zurückhaltender reagierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg, denn die Landesvorsitzende Monika Stein nannte das Ergebnis einen akzeptablen Kompromiss.

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Milliardenbelastung für den Landeshaushalt

Für das Land wird der Abschluss teuer. Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) spricht von einer erheblichen finanziellen Belastung, denn die Kosten lägen für die Jahre 2026 bis 2028 bei rund 3,6 Milliarden Euro. Nicht alle Forderungen seien erfüllbar gewesen – etwa ein zusätzlicher freier Tag. „Das hätte angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht in die Zeit gepasst“, so Bayaz.

Die Gespräche hatten Anfang Dezember begonnen, immer wieder kam es zu Warnstreiks. Nun sind weitere Arbeitsniederlegungen vom Tisch. Für viele Beschäftigte im Südwesten bedeutet das vor allem eins: mehr Geld auf dem Konto – wenn auch weniger als ursprünglich erhofft.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Verdi Baden-Württemberg, Tarifgemeinschaft deutscher Länder)