Plage breitet sich am Bodensee aus – „Regionen wappnen sich“

Eine große Stadt am Bodensee bei Nacht. Viele Wolken sind am Himmel zu sehen und ein Teil des Bodensees ist zu sehen. Man sieht die schönen Lichter der Stadt am Wasser und das ganze erzeugt eine romantische Atmosphäre.
Symbolbild

Ausgerechnet zur Feriensaison breitet sich am Bodensee in Deutschland eine neue Plage aus. Sie dürfte vielen bereits bekannt sein. Nervig und potenziell gefährlich ist sie dennoch, vor allem nach den jüngsten Überschwemmungen.

Der Bodensee ist eine der schönsten Gegenden Deutschlands. Wasser, Wälder, schöne Städte an den Küsten und ein reiches Kulturangebot locken jährlich Millionen Touristen aus nah und fern in den Süden Baden-Württembergs. Doch nun breitet sich nach dem jüngsten Hochwasser eine Plage am Bodensee aus, mit der nur die wenigsten gerechnet haben.

Plage am Bodensee: Eine unerwartete Herausforderung

In den letzten Wochen haben ungewöhnlich hohe Überschwemmungen und schwüles Wetter am Bodensee ideale Bedingungen für die Vermehrung von Stechmücken geschaffen. Diese Situation führt zu einer beunruhigenden Zunahme der Mückenpopulation, die sowohl Einheimische als auch Touristen gefährdet. Viele Touristen haben daraufhin ihre Reisen verkürzt oder sind abgereist, da die stechenden Mücken den Aufenthalt unerträglich machten.

Rainer Bretthauer, Umwelt- und Klimaschutzbeauftragter der Stadt Radolfzell, empfiehlt lange, lockere Kleidung, um sich vor den Mücken zu schützen, besonders am Abend bei sommerlichen Temperaturen über 18 Grad. Campingplätze und Gastronomie sind ebenfalls von der Plage betroffen. Viele Gäste brechen Aufenthalte vorzeitig ab oder reisen erst gar nicht erst an. Damit einher gehen natürlich erhebliche wirtschaftliche Einbußen für die Region und die Betreiber in der Tourismusindustrie des Bodensees.

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Lästige Mücke, aber dennoch wichtig für die Umwelt

Trotz der Unannehmlichkeiten, die die aktuelle Plage mit sich bringt, gibt es auch positive Aspekte, die nicht übersehen werden sollten. Eberhard Klein vom Naturschutzbund (NABU) in Konstanz betont, dass die Mücken und andere Insekten, die sich jetzt entwickeln, eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Fischarten und Vögel darstellen würden. Diese Insekten seien ein essenzieller Bestandteil des ökologischen Gleichgewichts in der Region und trügen zur Gesundheit des Ökosystems bei.

Überschwemmungsmücken, die ihre Eier in feuchten Böden und Flussauen ablegen, können mehrere Jahre im Boden überdauern und schlüpfen bei günstigen Bedingungen massenhaft. Diese Bedingungen, die durch die jüngsten Überschwemmungen am Bodensee geschaffen wurden, haben nun tatsächlich zu einem signifikanten Anstieg der Mückenpopulation geführt. Die aktuelle Mückenplage zeigt deutlich die Herausforderungen, denen die Region am Bodensee gegenübersteht. Einheimische und Touristen müssen sich auf die Situation einstellen und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen. Und dennoch bleibt es wichtig, das ökologische Gleichgewicht der Region zu respektieren und zu erhalten.