Psychiatrie-Ausbruch: Keine Anhalter mitnehmen in Baden-Württemberg

Montagebild Foto: Polizei

Aktuelle Gefahr für die Bevölkerung vier gefährliche Straftäter sind aus einer Psychiatrie ausgebrochen in Baden-Württemberg.

Vier Straftäter sind in der Nacht auf Donnerstag aus einer geschlossenen Station des Klinikums am Weissenhof in Weinsberg (Kreis Heilbronn) geflüchtet.

Die Männer gelten als gefährlich und sind möglicherweise bewaffnet, wie die Polizei mitteilte.

Es lägen bislang zwar keine konkreten Hinweise darauf vor, sagte ein Polizeisprecher. «Aber ausschließen können wir es natürlich nicht.» Die Behörde warnte davor, Anhalter mitzunehmen.

Bei der Suche nach den Flüchtigen setzen die Ermittler auf Hinweise aus der Bevölkerung. Die Polizei veröffentlichte Namen und Beschreibungen der vier Männer im Alter von 24 bis 37 Jahren, Fotos von ihnen würden vom Landeskriminalamt veröffentlicht.

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Zeugen wurden  gebeten, auffällige Personen über den Notruf 110 zu melden. Bei der
Suche nach den vier Männern war nach Angaben eines Sprechers auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz, weitere Details zur Fahndung wolle man zunächst aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Auch andere Fragen ließ die Polizei deshalb zunächst unbeantwortet. Weshalb die vier Straftäter zum Maßregelvollzug in der Klinik untergebracht worden waren, blieb zunächst ebenso unklar wie die Frage, wie sie aus dem Komplex fliehen konnten. Beim Maßregelvollzug geht es um die Unterbringung psychisch kranker oder suchtkranker Straftäter. Ziel ist es, den Schutz der Bevölkerung und eine Therapie der Patienten zu gewährleisten.

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Das Klinikum am Weissenhof – Zentrum für Psychiatrie Weinsberg ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg. Es ist der Aufsicht des Landes Baden-Württemberg unterstellt und bietet psychiatrische-psychotherapeutische und psychosomatische Behandlung und Betreuung psychisch kranker Menschen in der Region Heilbronn.

2015 war ein 60 Jahre alter Patient im Maßregelvollzug in Weinsberg umgebracht worden. Damals hatte sich der Tatverdacht gegen den Mitbewohner des Mannes gerichtet. Der 34 Jahre alte Tatverdächtige hatte sich erhängt, als der Fall damals vor dem Heilbronner Landgericht verhandelt wurde. /dpa