Rückbau von Atomkraftwerk nahe Baden-Württemberg genehmigt

Mehrere Menschen schauen gerade zu, wie der Kühlturm eines Atom-Kraftwerkes gesprengt wird. Zuvor hatten die Verantwortlichen den Bereich weiträumig abgesperrt. Die Sprengung des Kernkraftwerkes dauerte nur 30 Sekunden.
Symbolbild © imago/Wolfgang Maria Weber

Jetzt ist es also so weit. Der Rückbau des Atomkraftwerks in der Nähe von Baden-Württemberg ist genehmigt. Viel Zeit bleibt nicht mehr, bis auch dieses Gebäude der Vergangenheit angehört.

Schon bald rücken die Bagger an, und es geht los. Der Rückbau des Atomkraftwerks in der Nähe von Baden-Württemberg ist genehmigt. Viele atmen erleichtert auf, doch auch so manche Zweifel aufgrund einer ungewissen Zukunft bleiben.

Erzeugung von Wärme durch Kernspaltung

Atomkraftwerke sind Einrichtungen, die Wärme durch Kernspaltung erzeugen. In einem Kernreaktor werden Brennstäbe aus spaltbarem Material, meist Uran- oder Plutoniumisotope, mittels Neutronenbeschuss gespalten, wodurch sich enorme Energiemengen freisetzen. Die dabei entstehende Wärmeenergie wird durch Kühlmittel abgeführt, das je nach Reaktortyp als Wasser, schweres Wasser oder Gas fungieren kann. Ein wichtiger Bestandteil ist das Reaktorschutzsystem, das bei Unregelmäßigkeiten automatische Abschaltungen durchführen und den Reaktor sicher herunterfahren kann. Die erzeugte Wärme wird in einem Dampfkreislauf genutzt, der eine mit einem Generator verbundene Turbine antreibt und elektrischen Strom produziert.

Schmelzanlage für schwach radioaktiven Schrott geplant

Kernkraftwerke tragen zur Grundlastversorgung bei, liefern zuverlässig große Mengen Strom und reduzieren im Vergleich zu fossilen Brennstoffen direkte CO₂-Emissionen während des Betriebs. Dennoch stehen sie vor Herausforderungen wie hohen Bau- und Betriebskosten, Sicherheits- und Lagerhaltungsaspekten sowie der öffentlichen Akzeptanz. Diese Herausforderungen waren es auch wohl, die möglicherweise zur Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim im Jahr 2020 nach rund 42 Betriebsjahren führten. Nun genehmigte die französische Regierung den Rückbau dieses Atomkraftwerks in der Nähe von Baden-Württemberg.

Lesen Sie auch
Urlaub: Einzigartiges Bauernhof-Hotel im Schwarzwald erleben

Der französische Stromkonzern EDF plant, zeitnah in vier Phasen mit dem Rückbau des südlich von Freiburg gelegenen Atomkraftwerks zu starten. Die Vorarbeiten dafür sind wohl bereits größtenteils abgeschlossen, und der Abtransport der Brennelemente aus dem Kraftwerk erfolgte bis September 2022. Im ersten Jahr des Rückbaus ist geplant, die drei Dampferzeuger des Reaktors Nr. 1 zu demontieren und die Gestelle, die zur Lagerung der verbrauchten Brennelemente dienten, abzubauen. Diese ersten Schritte markieren den offiziellen Beginn einer neuen Phase der Standortentwicklung. Denn auf einem bislang ungenutzten Grundstück am Standort ist ab 2027 geplant, eine Schmelzanlage für schwach radioaktiv belasteten Schrott entstehen zu lassen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, EDF)