
Ein Rüstungskonzern treibt seinen Ausbau in Süddeutschland voran und schafft 1.600 neue Stellen in Baden-Württemberg. Besonders Ulm, Aalen und Immenstaad profitieren, während Fachkräfte aus von Entlassungen betroffenen Autozulieferbetrieben direkt übernommen werden.
Ein Job-Booster sorgt im Süden für Aufsehen. Während andernorts Stellen gestrichen werden, wächst ein Industriezweig rasant – und lockt tausende Fachkräfte.
Job-Boom: Plötzlich Hoffnung für Entlassene
Noch vor wenigen Wochen sorgte der Autozulieferer Aumovio – hervorgegangen aus der Continental AG – für schlechte Nachrichten. Hunderte Jobs sollten gestrichen werden, vor allem in Süddeutschland. Standorte wie Ulm, Markdorf und Lindau waren betroffen. Für viele Beschäftigte schien die Zukunft plötzlich ungewiss.
Doch genau hier öffnet sich nun eine neue Tür. Der Rüstungskonzern Hensoldt greift zu – und bietet dabei Perspektiven. Unter dem Motto „Von Arbeit in Arbeit“ will man möglichst viele der betroffenen Fachkräfte direkt übernehmen. Ein ungewöhnlicher Schulterschluss zweier Branchen, die aktuell kaum unterschiedlicher laufen könnten.
Der Rüstungsboom bringt 1.600 neue Jobs
Was zunächst wie ein kleiner Ausbau wirkte, entpuppt sich jetzt jedoch als massive Joboffensive. Bis 2026 plant Hensoldt rund 1.600 neue Stellen – ein Großteil davon in Deutschland. Besonders profitieren die Standorte Aalen/Oberkochen, Ulm und Immenstaad am Bodensee. Allein in Ulm, längst als „Radar-Hochburg“ bekannt, wächst die Belegschaft dabei kräftig. Von derzeit rund 3.400 Mitarbeitenden soll sie auf etwa 3.900 steigen. Das bedeutet ein Plus von 500 Jobs – also deutlich mehr als ursprünglich erwartet.
Man sucht Fachkräfte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Von Systemingenieuren über Softwareentwickler bis hin zu Experten der Elektrotechnik. Schon 2025 hatte das Unternehmen rund 1.200 neue Mitarbeitende eingestellt – der Trend zeigt steil nach oben. Der Hintergrund: Während die Autoindustrie mitten im Umbruch steckt und Kosten senken muss, boomt die Sicherheits- und Verteidigungsbranche. Baden-Württemberg zählt dabei zu den wichtigsten Standorten in Deutschland, denn rund 42.000 Menschen arbeiten hier in der Branche – etwa ein Viertel aller Beschäftigten bundesweit. Auch international gewinnt Deutschland an Bedeutung. Laut Analysen des Stockholm International Peace Research Institute ist die Bundesrepublik inzwischen zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt aufgestiegen – noch vor China. Für viele Arbeitnehmer im Süden bedeutet das: Wo gestern noch Unsicherheit herrschte, entstehen heute neue Chancen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Hensoldt, Augsburger Allgemeine)














