
Boom statt Flaute: Während viele Industriebetriebe schwächeln, plant ein Rüstungskonzern nun Hunderte Stellen in Baden-Württemberg. Ein ehemaliges Fabrikgelände könnte bald zum Standort für Hightech werden.
In Baden-Württemberg könnte bald ein großes Projekt entstehen. Ein Rüstungskonzern plant Hunderte Stellen – doch noch ist nicht alles entschieden.
Ein ehemaliges Fabrikgelände wird plötzlich interessant
Während viele Industriebetriebe über Auftragsrückgänge klagen, boomt ein ganz anderer Wirtschaftszweig: die Rüstungsindustrie. Ein besonders auffälliges Beispiel kommt jetzt aus Bayern – mit möglichen Auswirkungen für Baden-Württemberg. Der Rüstungskonzern Hensoldt mit Sitz in Taufkirchen treibt seine Expansionspläne voran. Im Blick: ein Gelände in Aalen im Ostalbkreis.
Dort steht das sogenannte Triumph-Areal. Jahrzehntelang produzierte hier der Unterwäsche-Hersteller Triumph International. Nach Angaben des Konzerns laufen bereits fortgeschrittene Abstimmungen mit Eigentümern und Projektentwicklern. Ziel ist es, dort einen neuen Standort für den Geschäftsbereich Optronics aufzubauen – also Technologien, die Optik und Elektronik verbinden. Konkret geht es um hochpräzise Sensor-, Ziel- und Aufklärungssysteme, wie sie etwa in militärischen Fahrzeugen, Flugzeugen oder Drohnen eingesetzt werden. Noch ist nichts endgültig unterschrieben. Doch die Gespräche laufen auf Hochtouren.
Hunderte neue Jobs – Region hofft auf Aufschwung
Für die Region wären die Pläne ein echter wirtschaftlicher Impuls. Denn der Konzern verbindet mit dem Projekt eine klare Perspektive: Hunderte neuer Arbeitsplätze. Mit der Investition reagiert Hensoldt nach eigenen Angaben auf die stark gestiegene Nachfrage nach Sensorlösungen und optoelektronischen Systemen. Gleichzeitig soll der neue Standort helfen, Lieferketten zu sichern und technologische Kompetenz weiter auszubauen. Auch die Präsenz des Unternehmens im Raum rund um Ulm soll dadurch gestärkt werden. Schon im vergangenen Jahr hatte der Konzern angekündigt, seine Aktivitäten in der Region deutlich ausbauen zu wollen.
Für Baden-Württemberg passt das Projekt in einen größeren Trend. Das Bundesland gehört bereits zu den wichtigsten Standorten der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Rund 42.000 Beschäftigte arbeiten hier entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Etwa ein Viertel aller Branchenjobs in Deutschland entfällt auf das Bundesland. Auch international gewinnt Deutschland an Gewicht. Laut einer aktuellen Analyse des Friedensforschungsinstituts Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) ist Deutschland inzwischen zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt aufgestiegen. Grundlage der Studie sind internationale Waffenlieferungen zwischen 2021 und 2025. Mit einem Anteil von 5,7 Prozent an den weltweiten Exporten liegt Deutschland hinter den Vereinigten Staaten, Frankreich und Russland – aber inzwischen vor China.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Hensoldt AG, dpa)














