Schmerzhafter Biss: Krabbeltier in Baden-Württemberg entdeckt

Ein brauner Erdhaufen im Boden zwischen grünem Gras. In dem Haufen befinden sich Löcher, in denen sich ein paar Ameisen verstecken.
Symbolbild © istockphoto/schankz
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Ein Krabbeltier in Baden-Württemberg sorgt für Aufsehen: Die Asiatische Nadelameise gilt als invasive Art mit schmerzhaften Stichen und möglichem Gesundheitsrisiko. Forschende warnen vor einer Ausbreitung.

Ein kleiner Fund im Südwesten sorgt für große Aufregung – Forscher schlagen Alarm, denn ein unscheinbares Krabbeltier könnte weitreichende Folgen haben.

Ein ungebetener Neuankömmling im Südwesten

Es begann mit einem Fund, den zunächst kaum jemand ernst nahm. Ein einzelnes Exemplar eines unscheinbaren Insekts, entdeckt an einem Ort, an dem sonst Besucher Tiere aus aller Welt bestaunen. Doch genau dieser Moment im Stuttgarter Zoo Wilhelma sollte sich als überraschender Auftakt einer brisanten Entdeckung erweisen. Denn das Tier gehört nicht zur heimischen Fauna. Im nahegelegenen Rosensteinpark stieß ein Forschungsteam schließlich auf eine ganze Kolonie. Die Spur führte zu einer Art, die ursprünglich aus Ostasien stammt und sich inzwischen auf mehreren Kontinenten ausbreitet: der Asiatischen Nadelameise (Brachyponera chinensis).

Gemeinsam mit der Universität Hohenheim und dem Naturkundemuseum Stuttgart bestätigte die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung den ersten Nachweis der Art in Deutschland im Jahr 2025. Vermutet wird, dass die winzigen Eindringlinge über importierte Pflanzen eingeschleppt wurden.

Wenn der Stich mehr als nur weh tut

Die Asiatische Nadelameise gilt als potenziell gefährlich für Mensch und Natur. Ihre Stiche sind nicht nur schmerzhaft, sondern können bei empfindlichen Personen schwere allergische Reaktionen auslösen – im schlimmsten Fall sogar einen anaphylaktischen Schock. Genau deshalb stuft die Europäische Union die Art seit 2025 als besonders problematisch ein. Doch auch das ökologische Gleichgewicht ist bedroht. In den USA, wo die Art bereits seit Jahrzehnten vorkommt, verdrängt sie heimische Ameisenarten und verändert Lebensräume nachhaltig. Experten warnen davor, dass sich solche Entwicklungen auch in Europa wiederholen könnten.

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Deutschland kennt ähnliche Probleme bereits: Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) sorgte in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen, nachdem sie ganze Städte infiltrierte und sogar technische Infrastruktur beeinträchtigte. Wie weit sich die Asiatische Nadelameise hierzulande bereits ausgebreitet hat, ist noch unklar. Forschende fordern deshalb ein engmaschiges Monitoring. Wer die Art frühzeitig erkennen möchte, sollte auf einige typische Merkmale achten: Die Tiere sind etwa 5 bis 6,4 Millimeter lang und wirken dunkelbraun bis schwarz. Auffällig sind ihre hellbraunen bis orangefarbenen Mundwerkzeuge und Beine. Ihr bevorzugter Lebensraum sind feuchte, dunkle Bereiche – etwa unter Steinen oder in verrottendem Holz.

(Quellen: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)