Schock: Baden-Württemberg setzt erste Schulverbote jetzt durch

Eine Nahaufnahme von mehreren Teenagern, die im Freien auf einer Mauer sitzen und auf ihre Smartphones schauen. Die Gesichter der Jugendlichen sind nicht erkennbar.
Symbolbild © istockphoto/FG Trade Latin

Baden-Württemberg setzt erste Handy-Regeln an Schulen bereits durch – und das könnte erst der Anfang sein. Jetzt zeichnet sich ab, wie streng die neuen Vorgaben künftig werden.

Das Handy ist für viele Schüler ein ständiger Begleiter – doch damit könnte jetzt Schluss sein. In Baden-Württemberg greifen erste Schulen durch. Und das ist erst der Anfang.

An dieser Schule ist das Smartphone jetzt tabu

Schulen in Baden-Württemberg müssen seit diesem Schuljahr verbindliche Regeln für die Nutzung mobiler Geräte festlegen. Grundlage dafür ist eine Änderung des Schulgesetzes, die Ende 2025 vom Landtag beschlossen wurde. Jede Schule muss nun festlegen, wie, wann und ob Smartphones und andere mobile Geräte auf dem Schulgelände genutzt werden dürfen.

Wie schnell es konkret gehen kann, zeigt das Markgraf-Ludwig-Gymnasium in Baden-Baden. Dort müssen Schüler ihre Smartphones während des Unterrichts in speziellen Taschen verstauen, die verschlossen werden. Das Handy bleibt damit zwar in unmittelbarer Nähe – erreichbar ist es aber nicht. Damit könnte die Entwicklung allerdings noch lange nicht abgeschlossen sein.

Ministerium plant noch strengere Regeln

Das CDU-geführte Kultusministerium verfolgt inzwischen einen deutlich weitergehenden Plan. Private Handynutzung soll künftig grundsätzlich an allen Schularten und in allen Klassenstufen eingeschränkt beziehungsweise verboten werden. Nach den derzeit diskutierten Eckpunkten soll die Regel von der ersten bis zur letzten Schulstunde gelten. Ausnahmen könnten beispielsweise für die Mittagspause oder Notfälle vorgesehen werden. Ziel ist nach Angaben von Kultusminister Andreas Jung, die Konzentration auf den Unterricht zu stärken und persönliche Begegnungen auf dem Schulhof zu fördern. Für den Unterricht selbst soll die Nutzung digitaler Geräte weiterhin möglich sein, wenn sie pädagogisch eingesetzt wird. Der große Schritt soll nach aktuellem Plan zum Schuljahr 2027/28 kommen.

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Schon seit Jahren wird in Baden-Württemberg darüber gestritten, wie stark Smartphones an Schulen eingeschränkt werden sollten. Bereits 2023 hatte sich der Lehrerverband gegen ein generelles Handyverbot ausgesprochen. Die Begründung damals: Ein solches Verbot sei in der Praxis kaum durchsetzbar. In Hessen gilt bereits eine besonders strenge Regelung: Handys sind an Schulen grundsätzlich verboten, wobei es je nach Schule und Alter Ausnahmen geben kann. Auch in mehreren europäischen Staaten gibt es inzwischen Einschränkungen oder Verbote für Smartphones an Schulen.

(Quellen: Kultusministerium BW, Markgraf-Ludwig-Gymnasium)