
Ein internes Papier sorgt für Entsetzen: Einem Werk in Baden-Württemberg droht unter Umständen das Aus – Tausende Jobs, Familien und zahlreiche Zulieferer könnten vor einer ungewissen Zukunft stehen.
Ein internes Papier sorgt für Alarm in der Region: Für einen wichtigen Industriestandort zeichnet sich ein düsteres Szenario ab. Tausende Jobs und Familien könnten betroffen sein.
Tausende Arbeitsplätze in Gefahr
In der Region Heilbronn-Franken geht die Angst um, denn für einen der wichtigsten Arbeitgeber zeichnet sich ein drastischer Einschnitt ab. Noch ist nichts endgültig beschlossen. Doch ein internes Papier des Volkswagen-Vorstands lässt Schlimmes befürchten. Demnach könnte die Produktion im Audi-Werk Neckarsulm im Jahr 2034 enden. Für den Standort wäre das ein Einschnitt historischen Ausmaßes, denn rund 15.500 Menschen arbeiten dort. Hinzu kommen mehr als 1.000 Lieferanten, die in das mögliche Ende der Produktion involviert wären. Audi ist nach der Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland der zweitgrößte Arbeitgeber in der Region Heilbronn-Franken.
Besonders groß wäre der Schock im benachbarten Neckar-Odenwald-Kreis: Nach Angaben der Kreisverwaltung kommen rund 4.500 Audi-Mitarbeiter aus dem Landkreis. Und die Folgen könnten weit über das Werkstor hinausreichen. „Wir haben dreimal so viele Arbeitsplätze im Zuliefererbereich als tatsächlich in der Kfz-Produktion“, sagt Landrat Achim Brötel (CDU), Präsident des Landkreistags. Viele dieser Unternehmen sitzen in ländlichen Regionen. Auch Neckarsulm selbst drohen massive finanzielle Folgen. Oberbürgermeister Steffen Hertwig warnt vor einem Verlust von Arbeitsplätzen, Aufträgen und Einnahmen. Die Stadt rechnet bereits damit, dass die Gewerbesteuereinnahmen mittelfristig um rund die Hälfte sinken könnten.
Wut bei Beschäftigten – und ein brisantes Detail
Betriebsratschef Alexander Reinhart bezeichnet das Vorgehen als unverantwortlich. Am 21. September soll deshalb erneut bundesweit mobilisiert werden. Gestreikt wird allerdings nicht: Bis Ende Oktober gilt Friedenspflicht. Medienberichten zufolge könnte Volkswagen Werke auch ohne eine klassische Schließung faktisch auslaufen lassen. Das Prinzip wäre einfach: keine neuen Folgeprodukte mehr. Das Nachfolgemodell des A8 könnte demnach in Leipzig gebaut werden.
Der mögliche Kahlschlag fällt zudem in eine ohnehin dramatische Zeit für die deutsche Autoindustrie. Ende des ersten Halbjahres 2026 waren hierzulande nur noch 691.500 Menschen in der Branche beschäftigt – so wenige wie seit Beginn der vergleichbaren Statistik 2005 nicht. Innerhalb eines Jahres verschwanden 42.300 Jobs, ein Minus von 5,8 Prozent. Besonders hart traf es die Zulieferer: Dort sank die Beschäftigung um 7,6 Prozent. Bei den Autoherstellern waren es 6,1 Prozent.
(Quellen: Audi, Wirtschaftsministerium BW)














