Schwarzwald in Alarmbereitschaft: Hagelflieger nun im Einsatz

Eine kleine Propellermaschine, die auf einer grasbewachsenen Fläche neben einer Landebahn steht. Der Himmel ist grau und bewölkt und es ist stürmisch.
Symbolbild © istockphoto/A.Greeg

Nach der Alarmstufe Rot für die Region ist der Hagelflieger im Schwarzwald-Baar-Kreis nun im Einsatz. Warum die Maschine erneut abhob und wie sie drohenden Hagel verhindern soll.

Die Sonne brennt vom Himmel, die Temperaturen klettern immer weiter nach oben – doch über dem Schwarzwald braut sich bereits die nächste Gefahr zusammen.

Wetterexperten schalten auf Rot

Nach einem Einsatz am Freitag musste der Hagelflieger im Schwarzwald-Baar-Kreis am Sonntagmittag erneut starten. Gegen 12:45 Uhr befand sich die Maschine noch immer in der Luft. Ihr Kurs führte über mehrere Gemeinden der Region, darunter Hüfingen, Bräunlingen, Donaueschingen und Villingen-Schwenningen. Der Grund für den ungewöhnlichen Einsatz liegt am Himmel, denn der Wetterdienst Südwest-Wetter hat die höchste Bereitschaftsstufe ausgerufen und den Status von Gelb auf Rot erhöht. Zwar zeigte sich das Wetter zunächst von seiner schönsten Seite: viel Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen. Doch genau diese Bedingungen können gefährlich werden.

Meteorologen beobachten über dem Bergland zunehmend mächtige Quellwolken. Einzelne Schauer und Gewitter seien bereits möglich. Besonders aufmerksam verfolgen die Experten die Entwicklung möglicher Hagelzellen. Lokal könnten sich kräftige Gewitter bilden, die zumindest kleinkörnigen Hagel mit sich bringen. Eine Bereitschaftsempfehlung bleibe deshalb bestehen. Das allgemeine Gewitterpotenzial sei weiterhin hoch und könne sich in kurzer Zeit verschärfen.

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So soll Hagel schon in der Wolke gestoppt werden

Die Hagelabwehr Südwest kämpft bereits seit 2009 gegen die gefürchteten Eisgeschosse aus der Luft. Von Mai bis September stehen die Piloten in Bereitschaft. Durchschnittlich absolvieren sie in dieser Zeit rund sechzehn Einsätze. Ihr Auftrag klingt fast wie Science-Fiction: Wolken werden „geimpft“. Unter jeder Tragfläche des Flugzeugs befindet sich ein spezieller Generator. Darin wird Silberjodid in Aceton gelöst. Nach der Zündung verbrennt das Aceton. Das Silberjodid wird gasförmig und gelangt als Milliarden winziger Aerosolteilchen in die Aufwindzone der Gewitterwolke.

Dort sollen die Partikel vorhandene Wassertröpfchen binden und dafür sorgen, dass diese früher als Regen zu Boden fallen. So sollen sich große Hagelkörner gar nicht erst bilden können. Nach Angaben der Hagelabwehr hinterlässt das eingesetzte Silberjodid keine messbaren Rückstände und gilt als unbedenklich für die Umwelt. Und die nächste Bewährungsprobe könnte schon bevorstehen: Auch für Montag sagen Meteorologen viel Sonne und große Hitze voraus. Am Nachmittag drohen im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb erneut teils kräftige Gewitter.

(Quellen: Südwest-Wetter, Flightradar24, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)