Schwarzwald-Winter vor dem Aus: Nur noch ein Skigebiet ist offen

Ein Skigebiet mit mehreren Skifahrern auf einer Piste, fahrenden Sesselliften darüber und einem Dorf mit Ferienhäusern im Tal, umgeben von bewaldeten Hügeln und wenig Schnee.
Symbolbild © imago/Jochen Tack

Regen, Tauwetter und kaum noch Schnee: Der Schwarzwald-Winter steht vor dem Aus. Fast alle Skigebiete haben bereits geschlossen – nur an einem Ort laufen noch einige Lifte.

Regen, milde Luft und schmelzender Schnee: Der Winter im Schwarzwald kämpft ums Überleben. Für Skifans bleibt aktuell nur noch ein letzter Zufluchtsort.

Die letzten Lifte laufen noch

Der Schwarzwald-Winter steht offenbar kurz vor dem Aus. Regenfälle und ungewöhnlich milde Temperaturen machten dem Schnee zu schaffen. Fast überall sind die Lifte bereits stillgelegt. Selbst im Nordschwarzwald musste das Seibelseckle – lange Zeit der letzte Überlebende – seinen Betrieb einstellen.

Der letzte Ort, an dem Skifahrer derzeit noch auf die Piste können, ist der Feldberg – mit 1493 Metern die höchste Erhebung des Schwarzwalds. Hier halten sich die Bedingungen noch einigermaßen. Zwischen zehn und knapp fünfzig Zentimeter Sulzschnee liegen aktuell im Skigebiet. Immerhin reicht das noch für neun der insgesamt fünfzehn Liftanlagen. In Betrieb sind unter anderem die 6er-Sesselbahn Feldbergbahn, die Zeigerbahn, der Zellerlift I sowie die Grafenmattlifte I und II. Auch mehrere Förderbänder am Seebuck laufen noch. Die Anlagen sind täglich von 9 bis 16:30 Uhr geöffnet. Doch die Prognosen machen wenig Hoffnung: Ein spätes Winter-Comeback gilt laut Wetterdiensten als eher unwahrscheinlich.

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Skifahren wird zur Ausnahme

Ganz verloren ist die Saison allerdings noch nicht. Rückblickend könnte sie sogar etwas besser ausfallen als die des vergangenen Winters. Damals kamen bis Mitte März über neunzig Skitage zusammen. Der Feldberger Bürgermeister und Geschäftsführer der Feldbergbahnen GmbH, Johannes Albrecht, erklärte, dass schwache Weihnachtsferien durch starke Januarwochenenden und eine überraschend gute Entwicklung in den Winterferien im Februar ausgeglichen werden konnten.

Langfristig stehen die Wintersportregionen jedoch vor einer deutlich größeren Herausforderung. Klimaforscher sind sich einig: Schneereiche Winter wird es weiterhin geben – aber deutlich seltener. Frosttage nehmen ab, während die Temperaturen insgesamt steigen. Besonders betroffen sind Skigebiete unterhalb von 1500 Metern Höhe. Genau dort liegen die Pisten im Schwarzwald. Die Region stellt sich deshalb schon jetzt breiter auf. Das Badeparadies am Titisee lockt mit tropischer Badelandschaft, während die Fundorena mit Trampolinpark und Indoor-Hochseilgarten wetterunabhängigen Spaß bietet. Ein weiterer Hoffnungsträger: eine spektakuläre Hängebrücke nahe dem Todtnauer Wasserfall. Sie führt in rund 120 Metern Höhe über das Tal – und könnte künftig genauso viele Besucher anlocken wie einst der Schnee.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Skigebiet Feldberg, Schwarzwald Tourismus)