
Das ist schockierend: Wer im Bodensee schwimmen gehen will, muss wissen, dass hier nicht nur kleine Fische schwimmen. Denn auch massenhaft meterlange Lebewesen treiben hier ihr Unwesen.
Wer Angst vor Meerestieren hat, sollte nicht im Bodensee schwimmen gehen. Denn neben vielen Felchen und Barschen leben auch extrem große und außergewöhnliche Fische in den Tiefen.
90 Prozent der Tiere überleben den Zwischenstopp nicht
Dass viele Tiere im Bodensee leben, ist kein Geheimnis. Die meisten Menschen gehen dabei jedoch vermutlich von den bekannten Fischen wie Hecht, Forelle und Barsch aus. Dabei leben hier auch einige besonders unheimliche, schlangenartige Fische. Wer im Bodensee schwimmen gehen will, muss damit rechnen, dass ihm auch ein als Unglücksbringer bekannter Fisch begegnet.
Tatsächlich setzen Fischer jedes Jahr etwa 50.000 junge Aale mitten im Bodensee aus. Wirtschaftlich ist die Art eine der wichtigsten vor Ort, da der Kilopreis im Vergleich zu anderen Fischen hoch ist. Allerdings ist die Kritik an dieser Tradition groß, denn 90 Prozent der ausgesetzten Baby-Aale überleben dieses Abenteuer tatsächlich nicht. Schuld daran sind die zahlreichen Kraftwerke am Rhein. Aale haben eine Besonderheit gegenüber anderen Fischen: Für die Fortpflanzung schwimmen sie tausende Kilometer weit zum Meer. Mit den Turbinen der Kraftwerke rechnen die Tiere dabei nicht. Besonders ein Ort wird ihnen zum Verhängnis.
Es ist ein einziges Massaker
Vor allem der Ort Schaffhausen ist definitiv kein guter Ort, um im Bodensee schwimmen zu gehen. Denn hier ereignet sich jedes Jahr eine echte Tragödie. Zahlreiche Aale kommen durch die Turbinen des Wasserkraftwerks in dem Ort zu Tode, denn es ist die erste große Hürde auf ihrem Weg ins Meer. Schutzinstallationen für die Tiere gibt es nicht, sodass die knapp 6.000 km lange Reise ins Sargassomeer für tausende Aale bereits hier endet.
Das Kraftwerk zerstückelt die Tiere und tötet sie entweder umgehend oder verletzt stark. Experten fordern zahlreiche Maßnahmen wie die Abklärung und den Einbau fischfreundlicher Turbinen. Sollte sich hier nicht bald etwas tun, befürchten sie eine Gefährdung der bis zu 1,5 Meter langen Fischart. Die Sorge ist so groß, dass die Schweizer Initiative sogar schon überlegt, die Aale vor Schaffhausen einzufangen und erst nach dem letzten gefährlichen Kraftwerk wieder auszusetzen. Das ungewöhnliche und teure Modell wird in anderen Orten an der Weser und am Main bereits praktiziert. Alternativ wird eine Umleitung durch engmaschige Netze in Erwägung gezogen. Es gibt also Hoffnung, dass irgendwann in den nächsten Jahren wieder ein Schwimmausflug in den betroffenen Regionen möglich sein könnte – ohne während der Paarungszeit Gefahr zu laufen, über tote Aale zu stolpern.














