
Ein unscheinbarer Imbiss, gute Bewertungen – und dann das: Was Kontrolleure entdeckten, lässt selbst erfahrene Prüfer schlucken. Die Details sind kaum zu glauben.
Der Appetit vergeht im Hinterhof
Was sich hinter den Kulissen eines Dönerladens in Ulm abspielte, sorgt jetzt für Entsetzen. Bei einer Kontrolle am 18. Februar stießen Lebensmittelprüfer auf Zustände, die selbst sie sprachlos machten. Frische Brotkörbe – eigentlich ein Zeichen von Qualität – standen offenbar direkt auf dem Boden eines Innenhofs. Und nicht irgendeinem Boden: Laut Bericht war dieser „altfettverschmiert“. Hygiene? Fehlanzeige. Doch das war erst der Anfang. Geschnittener Eisbergsalat wurde zur „Frischhaltung“ in einem Plastikmülleimer mit Wasser gelagert. Ein Mülleimer – wohlgemerkt kein Lebensmittelbehälter. Spätestens hier dürfte vielen der Appetit vergehen.
Besonders brisant: Auch die Zubereitung der Dönersoße ließ tief blicken. Diese wurde laut Veterinäramt in einem weiteren Plastikmülleimer angerührt – und zwar mit einem Gipsrührer, der normalerweise auf Baustellen zum Einsatz kommt. Das Werkzeug wies Roststellen und abgeplatzte Farbe auf. Eine potenzielle Gesundheitsgefahr. Die Behörde warnte ausdrücklich davor, dass solche Materialien Lebensmittel negativ beeinflussen könnten. Dass all diese Utensilien überhaupt in Kontakt mit Essen kamen, sorgt für Unverständnis. Denn sie sind weder für Lagerung noch für Zubereitung geeignet. Immerhin: Bei einer Nachkontrolle am 28. Februar wurden alle Mängel als behoben gemeldet.
Gute Bewertungen, bittere Realität
Besonders überraschend: Im Internet kommt der Imbiss hervorragend an, denn auf Google erreicht er starke 4,8 von 5 Sternen – bei über 300 Bewertungen. Ein krasser Gegensatz zu den festgestellten Zuständen. Und der Fall ist kein Einzelfall. In Baden-Württemberg werden regelmäßig ähnliche Verstöße gemeldet. Allein in Ulm gab es in den letzten Monaten mehrere Fälle – darunter einen Betrieb mit Schimmel an Küchenutensilien.
Dabei boomt der Döner wie nie zuvor. Rund 550 Tonnen verzehren die Deutschen täglich. Trotz steigender Preise – im Schnitt über 7 Euro pro Döner – wächst die Nachfrage weiter. Ein bitterer Beigeschmack bleibt dennoch. Denn dieser Fall zeigt: Hinter der Theke sieht es manchmal ganz anders aus, als Kunden vermuten.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Verbraucherinfo BW, Veterinäramt Ulm)














