Stadt will Straßenprostitution verbieten in Baden-Württemberg

Eine Prostituierte auf dem Straßenstrich
Symbolbild © istockphoto/grinvalds

In Baden-Württemberg soll es künftig keine Straßenprostitution mehr geben. Dies möchte der Gemeinderat. Er plant deswegen ein Verbot.

In Heilbronn gab es bereits drei Monate ein Verbot des Straßenstrichs. Nun wird dieses Verbot verlängert. Zukünftig soll die Prostitution sogar komplett verboten werden. Dies hat gute Gründe.

Stadt will Straßenstrich komplett untersagen

Bisher verbot Heilbronn lediglich die Straßenprostitution rund um die Hafenstraße. Dieses Verbot war auf drei Monate befristet. Jetzt soll es jedoch ausgeweitet werden. Der Gemeinderat will den Straßenstrich im gesamten Stadtgebiet verbieten. Und zwar für immer.

Diese Maßnahme beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 22. Dezember. Derzeit fehlt jedoch noch die Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart. Dort wird der Antrag auf Ausweitung des Sperrbezirks gestellt.

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„Mit der Ausweitung des Verbots wollen wir die negativen Begleiterscheinungen der Straßenprostitution dauerhaft und flächendeckend unterbinden. Dabei geht es uns auch um den Schutz der Jugend und des öffentlichen Anstands“. So begründet die Bürgermeisterin Agnes Christner von der SPD den Antrag.

Straftaten sind rückläufig

Bislang gab es ein befristetes Verbot für Straßenprostitution im Bereich der Hafenstraße für drei Monate. Dabei beobachtete man, dass die Straftaten seitdem deutlich zurückgehen. Denn bislang kam es im Bereich der Hafenstraße immer wieder zu Straftaten und gewaltsamen Auseinandersetzungen der dortigen Akteure. Bei diesem wurden auch häufig Prostituierte verletzt.

Angesichts dessen erließ die Stadt im September das zunächst auf drei Monate befristete Verbot der Straßenprostitution. Mit Erfolg. Denn seitdem bleibt es dort ruhig und die Stadt verlängerte das Verbot mittlerweile bis zum 13. Juni 2023.

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Endet das befristete Verbot, könnte sich die Lage dort jedoch wieder verschlechtern. Dies befürchtet die Stadt. Zudem beobachtet man, dass sich einige Prostituierte bereits jetzt neue Standorte außerhalb des aktuell gültigen Sperrbezirks suche. Um dies künftig auszuschließen, möchte die Stadt das Verbot für das gesamte Stadtgebiet.

Kampf gegen Zwangsprostitution

Am 14. September trat das Verbot der Prostitution rund um den Straßenstrich in der Heilbronner Hafenstraße in Kraft. Es galt zunächst für drei Monate. So lautete die Allgemeinverfügung der Stadt Heilbronn. Diese basiert auf einem sehr ernsten Hintergrund.

Denn zwei rivalisierende, bulgarische Großfamilien dominieren seit Jahren den Heilbronner Straßenstrich an besagter Hafenstraße. So heißt es in der Begründung der Stadtverwaltung. Während die eine Gruppierung im Bereich zwischen „Eroscenter“ und Nachtclub „Bukowski“ einen Gebietsanspruch geltend macht, ist die andere im Bereich bis zum Industriegebiet „Wohlgelegen“ tätig.

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Bei den Prostituierten des Heilbronner Straßenstrichs handelt es sich überwiegend um Bulgarinnen, die der sogenannten „Armutsprostitution“ nachgehen und die von den Mitgliedern der jeweiligen Gruppierung in ihrem Heimatland angeworben werden. Es bestehen Anhaltspunkte dafür, dass eine unbestimmte Anzahl dieser Prostituierten Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution ist. Und dieser Zwangsprostitution sagt die Stadt Heilbronn den Kampf an.