
Die Lage in Deutschland ist angespannt und viele Menschen sind mit der Politik unzufrieden. Nun bedroht auch ein Streik an Kliniken in Baden-Württemberg die Gesundheitsversorgung im Land.
Neue Warnstreiks bringen den Klinikalltag ins Wanken und für viele Patienten könnten die nächsten Tage unruhiger werden als gedacht. Baden-Württemberg und seine Kliniken stehen vor einen schweren Probe.
Noch ist nicht alles entschieden – doch die Anspannung wächst
In Baden-Württembergs Universitätskliniken stehen erneut turbulente Tage bevor. Beschäftigte bereiten sich auf weitere Warnstreiks vor, während viele Patienten bereits befürchten, dass geplante Behandlungen verschoben werden könnten. Nach mehreren ergebnislosen Gesprächsrunden spitzt sich der Tarifstreit weiter zu.
Ab Montag sind an den Standorten Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm Protestaktionen geplant. Am Mittwoch sollen Vertreter aller vier Kliniken nach Stuttgart reisen, wo die nächste Verhandlungsrunde stattfindet. Viele hoffen, dass dort endlich Bewegung in den festgefahrenen Konflikt kommt. Für Patienten gibt es zumindest eine wichtige Entwarnung: Akute Notfälle werden auch während eines Warnstreiks weiterhin behandelt. Solche Notdienstvereinbarungen sind im Gesundheitswesen üblich und sollen sicherstellen, dass lebenswichtige Eingriffe jederzeit möglich bleiben. Gleichzeitig empfiehlt die Verbraucherzentrale, sich bei geplanten Terminen frühzeitig direkt mit der jeweiligen Klinik in Verbindung zu setzen, falls kurzfristige Änderungen eintreten.
Stillstand an Kliniken: Deshalb steht jetzt so viel auf dem Spiel
Betroffen sind rund 26.000 Beschäftigte der vier Universitätskliniken. Die Gewerkschaft fordert eine deutliche Lohnerhöhung sowie einen Tarifvertrag mit kurzer Laufzeit. Die Arbeitgeber halten dagegen und bieten eine geringere Erhöhung über einen deutlich längeren Zeitraum an. Damit liegen beide Seiten weiterhin weit auseinander. Nach Angaben des Arbeitgeberverbands kämpfen die Universitätskliniken gleichzeitig mit einer schwierigen finanziellen Lage. Da Krankenhäuser ihre Preise nicht frei festlegen können, hängen ihre Einnahmen größtenteils von gesetzlichen Vergütungen der Krankenkassen ab. Steigende Personal- und Betriebskosten lassen sich deshalb nur begrenzt ausgleichen.
Nach eigenen Berechnungen beläuft sich die Finanzierungslücke inzwischen auf rund 100 Millionen Euro. Gleichzeitig rechnen die vier Universitätskliniken in diesem Jahr mit einem Verlust von knapp 99 Millionen Euro. Genau diese wirtschaftliche Situation erschwert den Tarifkonflikt zusätzlich. Ob es am 8. Juli in Stuttgart zu einer Einigung kommt, bleibt offen. Die Gespräche gelten jedoch als richtungsweisend. Scheitern sie erneut, dürften weitere Warnstreiks und neue Einschränkungen für Patienten wahrscheinlicher werden.
(Quellen: ver.di Baden-Württemberg, Arbeitgeberverband der Universitätsklinika Baden-Württemberg)














