
Diesel kostet plötzlich mehr als drei Euro pro Liter: An einer Autobahntankstelle in Baden-Württemberg erleben Autofahrer einen historischen Preisschock – und fragen sich, wie teuer das Tanken noch wird.
Der plötzliche Sprung bei den Preisen sorgt für fassungslose Gesichter. Viele Menschen fragen sich jetzt, wie sie die extremen Kosten im Alltag überhaupt noch stemmen sollen.
Plötzlich wird Tanken zum Luxus
Wer am Mittwoch an der Autobahnraststätte Gruibingen Süd an der A8 zwischen Stuttgart und Ulm tanken wollte, musste besonders tief in die Tasche greifen. Schon die ohnehin hohen Preise an Autobahntankstellen sorgen regelmäßig für Ärger bei Autofahrern. Doch dieses Mal wurde es richtig happig. Gegen Mittag schnellte der Dieselpreis an der Tankstelle auf 3,029 Euro pro Liter. Damit knackte der Preis erstmals die psychologisch wichtige Marke von drei Euro.
Lange hielt der Rekordpreis allerdings nicht. Bereits um 12:34 Uhr fiel der Dieselpreis wieder auf 2,999 Euro. Auch an der Raststätte Mahlberg an der A5 bei Freiburg wurde am Mittwoch zeitweise die Drei-Euro-Marke überschritten. Der Ausreißer an den Autobahntankstellen ist dabei nicht das einzige Problem. Diesel ist in Deutschland derzeit insgesamt so teuer wie noch nie. Nach aktuellen Zahlen des ADAC lag der bundesweite Tagesdurchschnitt am Mittwoch bei 2,453 Euro je Liter. Damit wurde sogar der bisherige Rekord aus dem April übertroffen.
Regierung sucht nach dem Ausweg
Die hohen Spritpreise setzen auch die Politik unter Druck. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts der Entwicklung Entlastungen für die Verbraucher angekündigt. Wie diese konkret aussehen sollen, ist bislang allerdings offen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte sich gegen einen staatlichen Preisdeckel und eine Übergewinnsteuer ausgesprochen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) brachte dagegen eine andere Idee ins Spiel: Die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel könnte möglichst ab dem 1. Oktober von derzeit neunzehn auf sieben Prozent sinken. Laut ADAC machen Steuern und Abgaben häufig mehr als die Hälfte des Spritpreises aus.
Auch andere Entlastungen könnten den Verbrauchern helfen, etwa eine Rückkehr des Neun-Euro-Tickets, das während der Energiekrise eingeführt worden war, oder eine höhere Pendlerpauschale. Sozialpolitiker fordern zudem eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Während Deutschland noch nach Lösungen sucht, haben andere Länder bereits Maßnahmen ergriffen: Italien setzt angesichts der hohen Spritpreise ein Jahr lang die Kfz-Steuer für kleine Autos und Motorroller aus. Frankreich verlängert staatliche Zuschüsse für bestimmte Branchen.
(Quellen: dpa, ADAC)














