Teurer: Immobilienmarkt zieht deutlich an in Baden-Württemberg

In einem Neubaugebiet stehen an einem sonnigen Tag viele Baukräne vor Wohnhäusern im Rohbau, als Symbolbild für Wohnbau und Wohnungspolitik.
Symbolbild © imago/Wolfilser

Der Immobilienmarkt in Baden-Württemberg zieht deutlich an: Mehr Käufe, steigende Steuereinnahmen und höhere Preise zeigen, dass viele Interessenten wieder zugreifen. Besonders gefragt sind neben den Großstädten auch Regionen im Schwarzwald.

Erst Flaute, jetzt neue Bewegung: Im Südwesten greifen Käufer wieder zu – und das spürt man bei Preisen, Steuern und in beliebten Wintersportorten.

Mehr Käufe, mehr Geld für den Staat

Lange war es still am Immobilienmarkt. Viele Interessenten warteten ab, hofften auf sinkende Zinsen oder weiter fallende Preise. Doch 2025 hat sich das Blatt gewendet – und zwar spürbar. In Baden-Württemberg schnellen die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer nach oben. Satte 19,1 Prozent mehr als im Vorjahr flossen in die Landeskasse. Das bedeutet ein Plus von rund 346 Millionen Euro. Die Steuer fällt nur an, wenn tatsächlich gekauft wird. Mehr Einnahmen bedeuten also vorwiegend eines: mehr Abschlüsse.

Mit einem Steuersatz von 5,0 Prozent liegt Baden-Württemberg zwar unter einigen anderen Bundesländern, aber klar über dem Niveau des Nachbarn Bayern. Trotzdem entwickelte sich der Markt hier 2025 dynamischer als im Freistaat. Ein Beleg dafür, dass nicht allein der Steuersatz über Kauf oder Nicht-Kauf entscheidet. Auch bei den Angebotspreisen zeigt sich Bewegung. Laut Daten des Immobilienportals immowelt verteuerten sich Eigentumswohnungen im Südwesten wieder – allerdings moderat. Nach den deutlichen Rückgängen in den Jahren 2022 und 2023 kletterten die Preise vielerorts nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Von einem neuen Boom kann keine Rede sein, eher von einer Stabilisierung. Auffällig: Nicht nur Metropolen wie Stuttgart stehen im Fokus. Auch Mittelstädte und Umlandregionen gewinnen an Attraktivität. Dort sind die Quadratmeterpreise niedriger, gleichzeitig bleibt die Nachfrage robust.

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Schwarzwald: Wintersport treibt Quadratmeterpreise

Besonders spannend wird es im Süden des Landes. Wenn im Winter der Schnee fällt, rückt primär eine Region ins Rampenlicht: der Schwarzwald. Zwar reichen die Höhen nicht an die Alpen heran, doch rund um den Feldberg hat sich ein gefragter Immobilienmarkt entwickelt. In Oberried liegt der Durchschnitt bei 3.259 Euro pro Quadratmeter. Direkt dahinter folgt Feldberg mit 3.148 Euro. Auch Münstertal bewegt sich mit 3.084 Euro auf hohem Niveau. Die Nähe zum größten zusammenhängenden Skigebiet des Landes zahlt sich aus.

Gleichzeitig bleibt der Druck auf dem Markt enorm. Das Pestel-Institut schätzt, dass bundesweit bereits Ende 2024 rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlten. Allein in Baden-Württemberg liegt das Defizit bei etwa 196.000 Einheiten. Der Bedarf bleibt hoch: Bis 2030 könnten laut Berechnungen bis zu 362.000 neue Wohnungen im Südwesten nötig sein – rund 60.300 pro Jahr.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, immowelt)