Tierschutz-Skandal: XL-Schlachthof in BW steht vor Neueröffnung

Schweinemastbetrieb mit Fleisch. Mehrere Schweinehälften hängen in dem Betrieb kopfüber nach unten. Sie sind bereit zur Weiterverarbeitung, um dann von den Verbrauchern gekauft zu werden.
Symbolbild

Zuletzt hat das Land Baden-Württemberg wohl den Weg frei gemacht, sodass ein XL-Schlachthof wieder vor seiner Neueröffnung steht. Nach Jahren eine Entwicklung, die gerade die Tierschutz-Aktivisten mit großer Sorge beobachten.

Der Schlachthof war im September 2020 geschlossen worden, nachdem verdeckte Aufnahmen mutmaßliche Verstöße gegen das Tierschutzrecht gezeigt hatten. Die Videos, die Tierschützer veröffentlichten, hatten bundesweit Aufsehen erregt und zu Protesten geführt. Jetzt steht der XL-Schlachthof in Baden-Württemberg vor der Neueröffnung.

Tierschutzskandal nach geheimen Videos: XL-Schlachthof vor Neueröffnung

Nach dem Tierschutzskandal geriet der damalige Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zeitweise in die Kritik, weil kein Zwangsgeld gegen den Betrieb verhängt wurde. Seitdem haben Behörden, Verbände und Betriebe intensiv an einer Lösung gearbeitet, die den Anforderungen an moderne Tierwohl-Standards genügt. In den vergangenen Monaten hat das Land neue Fördermittel bereitgestellt, um den Schlachthof zu erneuern.

Laut aktueller Pressemitteilung hat man den Grundstein für den Umbau gelegt, der den Standort nicht nur technisch, sondern auch in Bezug auf tierschutzgerechte Prozesse auf einen zeitgemäßen Stand bringen soll. Das Land fördert das Projekt mit einem Programm zur Stärkung regionaler Schlachtbetriebe.

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Nach Angaben aus dem Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum soll der Schlachthof zukünftig dazu beitragen, die regionale Wertschöpfungskette zu sichern und die heimischen Metzgereien zu stärken. Zudem betont die Landesregierung, dass die geplanten Investitionen darauf abzielen, zusätzliche Schutz- und Kontrollmechanismen einzubauen, die frühere Tierschutzprobleme künftig vermeiden sollen. Tierschutzorganisationen und Verbände beobachten den Prozess weiterhin kritisch. Sie weisen darauf hin, dass frühere Verstöße im Schlachthof in Gärtringen deutliche Schwächen bei tierschutzgerechten Abläufen aufgezeigt haben.

Die Wiederinbetriebnahme ist für viele Landwirte, regional arbeitende Schlachter und Metzgereien von großer Bedeutung. Lange Anfahrtswege zu weiter entfernten Schlachtbetrieben verursachen nicht nur zusätzliche Kosten, sondern auch Belastungen für Tiere auf dem Weg zum Schlachter. Ein regional betriebenes und modernisiertes Schlachtzentrum könnte diese Belastungen reduzieren und gleichzeitig den heimischen Fleischmarkt unterstützen. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass der Schlachthof nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten wieder problemlos in Betrieb gehen kann.

(Quellen: SWR, Schlachthof Gärtringen)