
Tödliches Unglück an einem Bahnübergang: Ein Radfahrer in Baden-Württemberg wird von einem Regionalzug erfasst und stirbt noch an der Unfallstelle. Der Vorfall rückt erneut die Gefahren an Bahnübergängen in den Fokus.
Ein folgenschwerer Moment an einem Bahnübergang endet in einer Tragödie. Was sich an einem Sommerabend ereignete, erschüttert eine ganze Region.
Zugführer kämpft vergeblich gegen die Katastrophe
Am Samstagabend spielte sich am Bahnübergang im Willstätter Ortsteil Legelshurst (Ortenaukreis) ein Drama ab, das für einen 42-jährigen Radfahrer tödlich endete. Nach bisherigen Erkenntnissen wollte der Mann trotz bereits geschlossener Halbschranke den Bahnübergang noch überqueren. Dabei blieb er offenbar mit einem Arm an der Schranke hängen. Im nächsten Moment verlor er das Gleichgewicht und stürzte direkt ins Gleisbett. Genau in diesem Augenblick näherte sich ein Regionalzug mit 62 Fahrgästen.
Der Lokführer reagierte sofort und leitete eine Notbremsung ein. Doch die Geschwindigkeit und der geringe Abstand ließen eine Kollision nicht mehr verhindern. Der Zug erfasste den gestürzten Radfahrer. Für den 42-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Auch für die Menschen im Zug wurde der Unfall zur Belastungsprobe. Wegen der extremen Hitze mussten alle Fahrgäste den Regionalzug verlassen und wurden in eine nahegelegene Sporthalle gebracht. Zwei Personen erlitten Kreislaufprobleme aufgrund der hohen Temperaturen. Man brachte sie zur medizinischen Versorgung in Krankenhäuser. Der Bahnverkehr auf der Strecke blieb für mehrere Stunden vollständig gesperrt.
Bahnübergänge bleiben gefährliche Unfallschwerpunkte
Der tragische Unfall zeigt erneut, wie gefährlich Bahnübergänge sein können. Obwohl ihre Anzahl im Netz der Deutschen Bahn seit 2010 um knapp ein Fünftel zurückgegangen ist, kommt es dort weiterhin regelmäßig zu schweren Unfällen – oft mit tödlichem Ausgang. Nach Angaben der Deutschen Bahn gehen rund 95 Prozent aller Unfälle auf Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern zurück. Häufig wird der Vorrang des Schienenverkehrs missachtet. In etwa jedem vierten Fall werden sogar bereits geschlossene Halbschranken umfahren oder umgangen.
Seit den 1950er-Jahren wurde die Zahl der Bahnübergänge zwar etwa halbiert, hauptsächlich durch Streckenstilllegungen und bauliche Veränderungen. Dadurch sank auch die Zahl der Unfallopfer deutlich. Doch dieser Trend hat sich in den vergangenen Jahren verlangsamt. Jährlich verschwinden nur noch wenige Dutzend Bahnübergänge aus dem Streckennetz – während sich tragische Unfälle wie jener in Legelshurst weiterhin ereignen.
(Quellen: dpa, Polizei Offenburg, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














