
Traumhaft weite Ausblicke, stille Naturschutzgebiete und spektakuläre, tiefe Schluchten: Diese Wanderwege am und rund um den Bodensee zeigen die Region von ihrer allerschönsten Seite – Naturkino garantiert.
Am Bodensee verbirgt sich ein Wanderparadies, das selbst Vielgereiste staunen lässt – und Überraschungen bereithält.
Reben und große Ausblicke
Der Bodensee zeigt sich gern still und glitzernd, doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine Landschaft voller Kontraste. Weinberge schmiegen sich an sanfte Hügel, Streuobstwiesen leuchten im Herbst golden, Schilfgürtel rascheln im Wind. Drei Länder teilen sich die 273 Kilometer Uferlinie, 155 davon gehören zu Baden-Württemberg – genug Raum für echte Traumrouten.
Ein echter Genussweg startet im Winzerort Hagnau: der Hagnauer Obst- und Weinwanderweg. Vom Rathausplatz geht es vorbei an der Kirche St. Johann Baptist hinein in die Reben. Informationstafeln verraten, welche Sorten hier wachsen und wie viel Handarbeit im Bodenseewein steckt. Nach einem sanften Anstieg wartet die Wilhelmshöhe – benannt 1864 nach Prinz Wilhelm von Baden. Der Lohn: ein Fernblick, der bei klarer Sicht bis zu den Alpen reicht. Ganz anders, aber nicht weniger beeindruckend: die Mindelsee-Runde bei Radolfzell. Der Mindelsee liegt auf dem Bodanrück zwischen Überlinger See und Untersee und ist seit 1938 Naturschutzgebiet. Auf knapp acht Kilometern geht es dabei nahezu eben durch eine stille Welt aus Riedwiesen und Feuchtwald. Rund 700 Blütenpflanzen wachsen hier, dazu sind hier unzählige Vögel beheimatet. Wer Glück hat, hört den Eisvogel, ohne ihn zu sehen. Holzbrücken knarren leise, das Wasser schimmert geheimnisvoll.
Schluchten, Geschichte und ein Comeback
Am Nordufer des Überlinger Sees wird es spektakulär. Zwischen Sipplingen und Überlingen stürzen Bäche durch den Hödinger und Spetzgarter Tobel in die Tiefe. Der Weg führt über Wurzeln, vorbei an moosigen Felswänden und kleinen Wasserfällen. Ziel ist der Katharinenfelsen hoch über dem See. Gleich nebenan erinnert die Überlinger Gletschermühle an die letzte Eiszeit – ein kreisrundes Naturdenkmal, geformt von Schmelzwasser.
Und dann ist da noch die Marienschlucht auf der Halbinsel Bodanrück. Mehr als zehn Jahre war sie nach einem tragischen Erdrutsch gesperrt. Nun ist sie neu gestaltet – der Weg führt künftig sicher oberhalb der Schlucht entlang und eröffnet neue Perspektiven. Dass dieses Fleckchen Erde begeistert, überrascht kaum: Das Online-Portal Seen.de kürte den Bodensee zum „Lieblingssee 2025“. Schon 2022 und 2023 holte er den Titel. Wer hier wandert, versteht warum.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














