Traurige Gewissheit: Tödliches Zugunglück in Baden-Württemberg

An einer Landstraße irgendwo in Deutschland ist ein Zug verunglückt. Man sieht die Unfallstelle, Einsatzkräfte und Polizisten sowie den roten Regionalzug selbst. Daneben stehen Autos der Behörden, die die Szene überwachen.
Symbolbild © imago/Andy Bünning

Knapp ein Jahr nach dem schweren Zugunglück in Baden-Württemberg steht die Ursache fest. Ein Untersuchungsbericht zeigt, warum die Fahrt für drei Menschen tödlich endete und zahlreiche Passagiere verletzt wurden.

Ein Jahr nach der tödlichen Zugkatastrophe in Baden-Württemberg kommt die traurige Gewissheit: Ein neuer Bericht zeigt, was die verheerende Entgleisung ausgelöst hat.

Sekunden der Katastrophe – und eine Strecke voller Trümmer

Fast ein Jahr nach dem schweren Zugunglück bei Riedlingen in Baden-Württemberg steht fest, was die dramatische Entgleisung ausgelöst hat. Die Ermittler der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) in Bonn kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: Ein Hangrutsch brachte den Regionalzug aus dem Gleichgewicht und löste die tödliche Katastrophe aus. Die Vermutung lag bereits kurz nach dem Unglück nahe. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten damals erklärt, dass die heftigen Regenfälle und das schwere Unwetter in der Region eine entscheidende Rolle gespielt haben könnten. Nun bestätigt der Untersuchungsbericht diese Einschätzung.

Am 27. Juli 2025 war der Regionalzug auf der Strecke von Sigmaringen nach Ulm nahe einem Ortsteil von Riedlingen im Landkreis Biberach entgleist. Eine 70-jährige Reisende, der 32-jährige Lokführer und ein 36-jähriger Bahn-Auszubildender starben dabei. Zudem wurden 36 Passagiere verletzt. Kurz vor dem Unfall hatte ein Unwetter mit Starkregen die Gegend getroffen. Die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes waren laut BEU an die zuständigen Fahrdienstleiter weitergegeben worden. Dennoch sei der Hangrutsch nicht vorhersehbar gewesen. Die betroffene Böschung habe zuvor nicht als besonders gefährdet gegolten.

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Keine Schuldfrage – sondern Lehren für die Zukunft

Der Zug selbst war nicht die Ursache des Unglücks, denn Bremsen und Technik funktionierten, die Wartungen waren ordnungsgemäß durchgeführt worden. Mehrere Waggons verkeilten sich nach der Entgleisung ineinander. Der erste Wagen wurde eine Böschung hinaufgedrückt, prallte gegen einen Baum und wurde schwer beschädigt. Die Strecke blieb nach dem Unglück monatelang gesperrt.

Die Staatsanwaltschaft Ravensburg führt weiterhin ein Todesermittlungsverfahren. Dabei geht es um die Klärung eines nicht natürlichen Todesfalls. Noch ausstehende Gutachten sollen weitere Details liefern. Eine Schuldzuweisung enthält der Bericht der BEU ausdrücklich nicht. Die Aufgabe der Behörde ist es nicht, Verantwortliche zu benennen, sondern Ursachen zu finden und daraus Maßnahmen für mehr Sicherheit abzuleiten. Schwere Zugunglücke haben Deutschland immer wieder erschüttert. Beim bislang schlimmsten Eisenbahnunfall des Landes kamen 1998 beim ICE-Unglück von Eschede 101 Menschen ums Leben.

(Quellen: Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)