Trotz Kälte: Baden-Württembergs Pisten brauchen Schneekanonen

Eine Schneekanone ist im vollen Einsatz. Die Maschine mit Propeller ist dabei, künstlich erzeugten Schnee auf die vor ihr liegende Landschaft in die Natur zu werfen, damit die Skipisten weiß und befahrbar sind. Baden-Württemberg ist mittlerweile auf diese Beschneiungsgeräte angewiesen, die Pisten brauchen sie trotz der derzeitigen Kälte.
Symbolbild © imago/Michael Kristen

Auch bei winterlichen Temperaturen bleiben Baden-Württembergs Pisten auf Schneekanonen angewiesen. Am größten Skigebiet des Südwestens beliefern die Maschinen die Landschaft mit Kunstschnee – doch der echte Neuschnee fehlt.

Die Kälte allein reicht nicht: Um Skibetrieb zu garantieren, sind Baden-Württembergs Pisten auf den Einsatz von Schneekanonen angewiesen. Doch selbst die Technik kann den Naturschnee nicht komplett ersetzen.

Frostige Temperaturen, aber längst kein Wintermärchen

Der Jahresstart zeigt sich winterlich mit frostigen Temperaturen, doch für den Ski-Spaß im Südwesten reicht das leider nicht aus. Die Skigebiete sind hier nämlich nach wie vor auf künstliche Beschneiung angewiesen. Dies wird besonders am größten Wintersportgebiet der Region, dem Feldberg im Schwarzwald, deutlich. Denn auf den ersten Blick erscheinen die Bedingungen eigentlich ideal: Es ist kalt, und es liegt Schnee. Was will man eigentlich mehr? Trotzdem brauchen Baden-Württembergs Pisten weiterhin Schneekanonen. Warum ist das so?

Bisher ist hier von den 33 möglichen Kilometern nur ein kleiner Teil geöffnet. Somit sind laut der offiziellen Wintersport-Übersicht lediglich etwas mehr als acht Kilometer präpariert und befahrbar. Doch dort, wo geöffnet ist, herrscht reger Betrieb. Am Seebuck etwa lockten zuletzt Minusgrade und strahlender Sonnenschein – ideale Bedingungen. Der Anblick ist jedoch zwiespältig: Die Schneedecke auf der Piste, eine Mischung aus Naturschnee und Kunstschnee, ist sehr dünn. An vielen Stellen schaut das Gras durch; nur ein schmales Band ist präpariert.

Lesen Sie auch
Nach Seuchenausbruch: Entwarnung im Schwarzwald offiziell

Ungewisse Aussichten: Ein schmales Band aus Kunstschnee und Gras

Wann weitere Lifte und Pisten öffnen können, bleibt ungewiss. Die Entscheidung muss tageweise getroffen werden, da die Wettervorhersagen oft unzuverlässig sind. Den Prognosen zufolge waren zuletzt 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee angekündigt. Doch am Ende kamen gerade einmal zehn Zentimeter. Der vorhandene Schnee reicht also allein nicht aus – die Schneekanonen bleiben für Baden-Württembergs Pisten unverzichtbar.

Für Skifahrer hat die Abhängigkeit von der Technik jedoch auch einen Vorteil: Sie sorgt für Planbarkeit und zählt zu den Gründen, warum ein Tag Skifahren vergleichsweise günstig bleibt. Während in teuren Destinationen wie Garmisch-Classic 69 Euro für ein Tagesticket fällig werden oder im europäischen Spitzenreiter Obergurgl-Hochgurgl in Österreich sogar 73,50 Euro, kommt man am Feldberg mit Vorausbuchung für 42 Euro noch wirklich günstig weg. Damit bleiben die Pisten auf dem größten Skigebiet Baden-Württembergs ein sehr preiswertes Angebot – vorausgesetzt, die Schneekanonen laufen weiterhin jede Nacht.

(Quellen: Tourismus Baden-Württemberg, dpa)