Überall Kontrollen: Blitzer-Marathon startet in Baden-Württemberg

Ein Blitzer steht hinter einer Absperrung und macht ein Foto. Hier gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung, an die sich die Autofahrer halten müssen. Wenn der Blitzer fotografiert, gibt es ein Bußgeld und im schlimmsten Fall ein Fahrverbot.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Autofahrer müssen sich auf intensive Kontrollen einstellen, denn jetzt startet ein Blitzer-Marathon in Baden-Württemberg. Den Bürgern steht eine Woche voller Tempoüberwachung mit einem besonders strengen Höhepunkt zur Wochenmitte bevor.

Plötzlich kann es überall blitzen: Autofahrer müssen sich auf eine Woche voller Kontrollen einstellen – und ein Tag hat es ganz besonders in sich.

Blitzer-Marathon: Versteckte Fallen auf allen Straßen

Im Südwesten beginnt bald eine groß angelegte Kontrollaktion, die viele Autofahrer kalt erwischen dürfte. Von Montag bis Freitag liegt der Fokus klar auf der Geschwindigkeit. Wo genau? Das bleibt bewusst geheim. Experten gehen davon aus, dass sowohl auf Autobahnen und Bundesstraßen als auch mitten in den Städten kontrolliert wird. Besonders im Visier stehen dabei größere Städte wie Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg im Breisgau, Heidelberg und Heilbronn – aber auch kleinere Orte sind keineswegs sicher. Zusätzlich richten sich die Kontrollen auf sensible Bereiche: vor Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen oder an Baustellen.

Am Mittwoch startet der sogenannte „Speedmarathon“ – ein Tag, an dem die Kontrollen noch einmal massiv verstärkt werden. Dann kommen modernste Methoden zum Einsatz: Lasergeräte, stationäre Anlagen, Videofahrzeuge und sogar mobile Blitzer-Anhänger. Die Aktion ist Teil einer europaweiten Kampagne: der sogenannten Speedweek. Sie wird vom Polizeinetzwerk ROADPOL organisiert und findet jedes Jahr im April und im August statt. Neben Deutschland beteiligen sich auch Länder wie Tschechien und Kroatien.

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Teuer, schnell – und oft vermeidbar

In Deutschland machen fast alle Bundesländer mit – mit einer Ausnahme: das Saarland. Allerdings läuft die Aktion nicht überall gleich ab. Während Baden-Württemberg seine Kontrollen auf Montag bis Freitag beschränkt, blitzt man in Hessen und Rheinland-Pfalz sogar am Wochenende verstärkt. Auch der Mittwoch als Schwerpunkt gilt nicht überall: Niedersachsen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen setzen andere Akzente. In Bayern veröffentlicht man die Standorte der Blitzer traditionell im Voraus.

Überhöhte Geschwindigkeit gilt als häufigste Ursache für schwere und tödliche Verkehrsunfälle. Doch wie effektiv ist die Aktion? Beim letzten Blitzer-Marathon registrierte man über 66.000 Verstöße, rund 800 Fahrer mussten ihren Führerschein abgeben. Schon wer 16 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt, zahlt mindestens 70 Euro. Innerorts wird es noch teurer: Ab 26 Kilometer pro Stunde drohen 180 Euro, ein Punkt in Flensburg – und bei Wiederholung sogar ein Fahrverbot. Trotz aller Kontrollen betonen Experten: Eine einzelne Aktionswoche löst das Problem nicht dauerhaft. Entscheidend sei, dass Autofahrer generell vorsichtig und aufmerksam unterwegs seien – nicht nur, wenn es blitzen könnte.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Innenministerium Baden-Württemberg, ADAC)